Head of Sales / Vertriebsleiter:in

Deutschland

Stellenausschreibung, Gehalt, Sourcing, 15 Interviewfragen und 30/60/90-Plan, um Head of Sales oder Vertriebsleiter:innen im KMU in Deutschland einzustellen.

Auf einen Blick

  • Einstellungsdauer80–120 Tage
  • Erfahrung8–15 Jahre

So stellen Sie eine:n Head of Sales ein

Eine Vertriebsleitung im KMU ist die teuerste und folgenreichste Einstellung, die viele Geschäftsführungen in ihrer Wachstumsphase machen. Vor der Ausschreibung klären Sie drei Fragen. Sie entscheiden, ob die Neueinstellung der richtige Hebel ist und welches Profil Sie tatsächlich brauchen.

Brauchen Sie wirklich eine Vertriebsleitung oder eine:n erfahrene:n Sales Manager:in? Die Schwelle liegt nicht primär bei Umsatz, sondern bei Span-of-Control und Komplexität. Wenn Sie 1 bis 8 Vertriebsmitarbeitende führen, reicht ein:e Sales Manager:in, der oder die direkt an Geschäftsführung oder CEO berichtet. Ab 2 Sales Manager:innen oder ab 10 Mitarbeitenden wird die Span für CEO-Direktführung zu groß, und eine echte Vertriebsleitung wird notwendig. Inhaltliche Trigger: mehrere Märkte, geplante Internationalisierung, mehrere Segmente. Wenn Sie unter diesen Schwellen einstellen, zahlen Sie 125 k€ für ein Profil, das 60 Prozent seiner Zeit selbst verkauft, weil keine echte Org-Arbeit anfällt, und beide Seiten enden frustriert.

Erste oder zweite Vertriebsleitung? Eine erste Vertriebsleitung baut die Vertriebsorganisation auf: definiert ICP, etabliert Kadenz, entscheidet über Compensation und Stack, stellt das erste Leitungsteam ein. Sie brauchen ein Profil mit Build-Erfahrung, das Ambiguität aushält und gestaltet, nicht eines, das vorhandene Strukturen feintunt. Eine zweite oder dritte Vertriebsleitung übernimmt eine bestehende Organisation. Sie brauchen ein Profil, das diagnostizieren und gezielt verändern kann, ohne alles von Grund auf neu zu bauen. Beide Profile sind unterschiedlich teuer und unterschiedlich gut zu erkennen; klären Sie die Wahl vor der Ausschreibung.

Vollzeit, Fractional oder Interim? Für ein KMU am Übergang von 3 zu 8 Vertriebsmitarbeitenden, mit 5 bis 10 M€ ARR und ohne klares Mandat zur Internationalisierung, ist eine Fractional Vertriebsleitung (0,4-0,6 FTE durch eine:n erfahrene:n Berater:in) oft die bessere Wahl: 60-90 k€ pro Jahr, operativer Rahmen ohne Vollzeit-Verpflichtung, klarer Übergangspfad zur internen Vollzeitstelle nach 12-18 Monaten. Interim-Vertriebsleitung (3-9 Monate, etwa 800-1.500 € Tagessatz) eignet sich für Krisen-Setups (akuter Umsatzeinbruch, Geschäftsführungs-Wechsel) oder zur Übergabe bei verlängerter Suche. Vollzeit ab 10-plus Mitarbeitenden oder bei strategischem Mandat.

Indikative Kapazitätsrechnung: eine Vertriebsleitung führt 3-5 Sales Manager:innen oder, in flacheren Strukturen, bis zu 12-15 direkte Reports. Darüber hinaus brauchen Sie eine Zwischenebene (Director-of-Sales-Schicht) oder eine zweite Vertriebsleitung pro Segment. Eine einzelne Person über 25 direkte Reports ist eine Warnflagge.

Wo Sie diese Rolle finden

  1. LinkedIn (Executive Search)

    Recruiter Pro ab 1.100 € / Monat plus InMail-Credits

    Für Vertriebsleitungs-Profile in Deutschland der mit Abstand wichtigste Kanal, aber fast ausschließlich über aktives Sourcing (Recruiter Pro oder Lite plus InMail-Sequenz). Reine Job-Posts liefern auf dieser Ebene wenig Signal, weil die Zielgruppe selten aktiv sucht. Rechnen Sie mit 70-80 Prozent der ernsthaften Bewerbungen aus diesem Kanal, wenn Sie über 6-8 Wochen aktiv sourcen und vorqualifizieren.

  2. XING Executive

    ProBusiness Premium ab 49 € / Monat plus ProJobs ab 195 € / Monat

    Für klassischen Mittelstand außerhalb von Tech und Berlin-Startup-Szene weiterhin stark, vor allem bei Profilen über 40 Jahren und in den Regionen NRW, Bayern und Baden-Württemberg. XING ProBusiness mit ProJobs ist die übliche Konfiguration; aktives Sourcing über die Premium-Suche liefert bessere Ergebnisse als rein passive Stellenanzeigen. Besonders relevant für Industrie, Maschinenbau, Großhandel und produktorientierte Mittelständler.

  3. Executive Search / Headhunter

    30-50 k€ Honorar pro Mandat (Retainer-Modell)

    Für die Vertriebsleitung im KMU ab etwa 130 k€ Fixum oder bei sektoraler Tiefe (Medtech, Industrie, regulierte Branchen) oft der einzige Kanal, der in 8-10 Wochen liefert. Kienbaum, Heidrick und Struggles, Egon Zehnder und Spencer Stuart decken den oberen Bereich ab; für Mittelstand und Scale-up sind Boutiquen wie i-potentials oder Heads sinnvoll. Rechnen Sie mit 25-33 Prozent des Jahresfixums als Honorar, gestaffelt nach Meilensteinen.

  4. Persönliches Netzwerk und Referrals

    Auf Vertriebsleitungs-Ebene strukturell der Kanal mit dem höchsten Trefferquote. Aktivieren Sie Ihr eigenes Netzwerk (Vorstand, Beirat, frühere Vorgesetzte, frühere Sales-Manager:innen), das Netzwerk Ihres VP Sales oder CEO, und Branchenkreise (Bundesverband Vertrieb, German Sales Network, Sales-Communities wie Surf and Sales DACH). Bei mehr als 12 Wochen offener Position fast immer der Kanal, der den finalen Hire bringt.

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