Time-to-hire

Auch bekannt als:TTH, Einstellungsdauer

Time-to-hire ist das, was der Hiring Manager wirklich spürt. Alles andere ist ein Hilfsmaß dafür.

Wie Time-to-hire gemessen wird

Die kanonische Definition: Die Uhr startet, sobald eine Person in der Pipeline ist (Bewerbung, Sourcing, Empfehlung) und endet, wenn das Angebot angenommen ist. Das Ergebnis in Tagen ist die Time-to-hire für diese eine Stelle. Der Durchschnitt der letzten Einstellungen liefert den Team-Wert.

Drei Entscheidungen beeinflussen die Zahl:

  • Startpunkt. Manche Teams starten bei der Stellenausschreibung statt bei der ersten Bewerbung. Das ist „Time-to-fill”, nicht Time-to-hire. Nicht vermischen.
  • Endpunkt. Zusage, Unterschrift oder Eintrittsdatum — eines wählen und dabei bleiben. Die meisten Teams nehmen den unterschriebenen Vertrag.
  • Ausreißer. Eine Rolle, die 180 Tage gedauert hat, weil die Hiring Managerin in Elternzeit ging, ist kein Prozessproblem. Entweder ausschließen oder den Median statt den Mittelwert nehmen.

Warum Time-to-hire zählt

Zwei Gründe. Erstens verlieren Kandidat:innen schnell das Interesse. Wer vor 21 Tagen geschrieben hat, ist meistens weg — anderes Angebot angenommen, Schwung verloren, Rolle innerlich abgesagt. Zweitens trägt das Team jede zusätzliche Woche einer offenen Stelle die Arbeit selbst.

Im europäischen KMU-Umfeld liegen typische Werte zwischen 25 und 40 Tagen, abhängig von der Seniorität. Engineering ist tendenziell langsamer; Sales und Operations sind schneller.

Was die Kennzahl tatsächlich bewegt

Viele Teams versuchen, Time-to-hire zu senken, indem sie mehr Interview-Stufen oder strengeres Screening einbauen. Das macht es schlimmer. Was wirkt:

  • Antwort innerhalb von 48 Stunden nach Bewerbungseingang. Die Hälfte der Lücke zwischen Bewerbung und Angebot sind Antwortlücken, nicht Interview-Termine.
  • Den nächsten Schritt zeitgleich mit dem Feedback zum aktuellen planen. Aus zwei Mails wird eine.
  • Einen einseitigen Hiring-Plan vor der Ausschreibung festlegen. Phasen, Entscheidungsträger:innen, gewünschtes Startdatum — einmal vereinbart, nicht jedes Mal neu verhandelt.
  • Wenn möglich auf schriftliche oder asynchrone Arbeitsproben setzen. Asynchron schlägt synchron beim Termin-Aufwand.

Was Time-to-hire nicht aussagt

Geschwindigkeit ohne Qualität ist schlechtes Hiring. Time-to-hire gehört in eine Sicht mit Quality-of-Hire und Annahmequote. Wer schnell einstellt und beim Angebot Kandidat:innen verliert, löst das falsche Problem.

Wo Join hineinpasst

Die Pipeline-Ansicht in Join zeigt für jede Bewerbung die Tage in jeder Phase. So sieht das Team, wo Zeit verloren geht. Mehr dazu auf der Funktionsseite.

Häufig gestellte Fragen

Welche Kennzahlen zeigen, ob unsere Stellenanzeigen funktionieren?
Ob eine Stellenanzeige funktioniert, zeigt sich daran, wie viele Kandidat:innen sie bringt und wie weit diese im Prozess kommen. Die Time-to-hire misst etwas anderes: Sie beginnt erst mit dem Pipeline-Eintritt und bewertet Ihren Prozess, nicht die Anzeige. Ergänzen Sie Annahmequote und Quality-of-Hire, sonst belohnt die Kennzahl bloßes Tempo.
Wie verkürzen wir die Time-to-hire, ohne die Ansprüche zu senken?
Nicht an den Kriterien drehen, sondern an der toten Zeit dazwischen: Bewerbungen schnell beantworten, den nächsten Termin direkt beim Feedback vereinbaren, Phasen und Entscheidungsträger:innen vor der Veröffentlichung festlegen. Eine zusätzliche Interviewrunde hebt die Messlatte selten, verlängert den Prozess aber sicher. Anspruchsvoll bleibt die Auswahl durch klare Kriterien, nicht durch Dauer.

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