Souschef:in

DeutschlandMittlere Erfahrung

Stellenausschreibung, Gehalt, Sourcing, 15 Interviewfragen und 30/60/90-Plan, um Souschef:innen in der deutschen Gastronomie einzustellen.

Auf einen Blick

  • Einstellungsdauer35–55 Tage
  • Erfahrung5–12 Jahre

So stellen Sie eine:n Souschef:in für Ihre Brigade ein

Bevor Sie die Stellenausschreibung schreiben, klären Sie drei Fragen. Sie bestimmen, welches Profil Sie wirklich brauchen, und vermeiden die häufigsten Scope-Fehler in der deutschen Küchen-Brigade.

Frage 1: Souschef:in, Chef de Partie oder Küchenchef:in-Stellvertretung mit anderem Namen? Die drei Rollen überschneiden sich teilweise, sind aber nicht gleichwertig. Ein:e Chef de Partie führt eine Station (Saucier, Patissier, Garde Manger, Entremetier oder Rôtisseur) mit 1-2 Commis unter sich und ist für Mise en Place und Pass-Output der Station verantwortlich. Ein:e Souschef:in vertritt die:den Küchenchef:in, führt die gesamte Brigade übergreifend, hat Mit-Verantwortung für Karte, Wareneinsatz, HACCP und Personal-Führung. In manchen Hotelketten oder Multi-Outlet-Häusern existiert zusätzlich eine Junior-Souschef:in-Stufe zwischen Chef de Partie und Souschef:in, in anderen Häusern wird die Stellvertretung der:des Küchenchef:in direkt von einer:einem stellvertretenden Küchenchef:in geführt. Präzisieren Sie die Funktion schon im Titel: Souschef:in (m/w/d), nicht polyvalentes Profil Küche, was nichts aussagt.

Frage 2: Welche Konzept-Kategorie? Im deutschen Markt liegen vier klar getrennte Welten. Individualgastronomie (autonome Karten-Entscheidung, lokale Lieferanten, persönliche Saisonalität, oft inhabergeführt). Hotelrestaurant (Verbund mit Bankett, Bar, Frühstück, Bewertungs-Druck über Hotelketten-Plattformen wie Booking, OTAs und Tripadvisor, F&B-Reporting an Hotel-Direktion). Systemgastronomie (60-150 Sitzplätze, standardisierte Karte, zentrale Vorgaben für Wareneinsatz und Mise en Place, oft Multi-Outlet). Fine Dining (kleinere Brigade, höhere Technik-Anforderung, tiefe Stations-Tiefe, Bewertungs-Druck über Guides). Suchen Sie ein Profil aus einer Konzept-Kategorie, die der eigenen höchstens eine Stufe entfernt ist. Quereinstiege funktionieren, brauchen aber 6-12 Monate Einarbeitung und ein klares Begleitungs-Modell ; im Interview muss die Kandidatin oder der Kandidat erklären können, was sich in der neuen Kategorie strukturell ändert.

Frage 3: Welche Brigade-Größe und welche Karten-Komplexität? Ein:e Souschef:in, die:der eine 5-köpfige Brigade in einem Haus mit 60 Sitzplätzen und 800 k€ Jahresumsatz geführt hat, arbeitet anders als jemand mit 12-köpfiger Brigade in einem Hotelrestaurant mit 150 Sitzplätzen, Bankett-Verbund und 3 M€ Jahresumsatz. Brigade-Rituale, Mise-en-Place-Tiefe, Stationen-Cross-Training und Karten-Mitarbeit unterscheiden sich. Suchen Sie ein Profil, dessen vorherige Brigade-Größe höchstens 2x kleiner oder größer als Ihre ist ; größere Abstände erfordern echte Neuanpassung. Im deutschen KMU-Gastgewerbe rechtfertigt sich die Vollzeitstelle Souschef:in ab 60-80 Sitzplätzen oder einer Brigade von mindestens 4-5 Köch:innen ; darunter reichen eine:n Chef de Partie mit erweitertem Scope oder eine:n Stellvertretung über die:den erfahrensten Chef de Partie.

Konvergieren die drei Antworten zu einer:einem Vollzeit-Souschef:in für eine Brigade von 5-15 Köch:innen (und nicht zu einer:einem Chef de Partie oder einer:einem direkten Stellvertretungs-Küchenchef:in), finden Sie die passende Vorlage im Tab Stellenausschreibung.

Wo Sie diese Rolle finden

  1. Spezialisierte Hospitality-Plattformen (Hogapage, HOTELCAREER)

    300-600 € pro Plattform für 30 Tage, je nach Standort und Tier

    Für Souschef:innen-Profile in Deutschland der mit Abstand stärkste Kanal. Die Bewerber:innen sind branchenintern, kennen Brigade-Rhythmus, Pass-Disziplin, HACCP und Schicht- sowie Wochenend-Realität. Hogapage und HOTELCAREER decken vor allem Hotelrestaurants, gehobene Individualgastronomie und Fine Dining ab. Erwarten Sie 50-70 % der qualifizierten Bewerbungen über diese Plattformen, wenn die Anzeige 30 Tage geschaltet ist, der Konzept-Fit klar beschrieben wird und die Brigade-Größe explizit genannt ist.

  2. LinkedIn

    200-400 € pro Monat (Job Slots) plus Recruiter Lite

    Mäßig stark für Souschef:innen-Profile aus Hotelketten, Premium-Konzepten und urbanen Häusern in Berlin, München, Hamburg und Köln. Aktives Sourcing über InMails liefert besseres Signal als reine Job-Posts, weil die meisten erfahrenen Souschef:innen nicht aktiv suchen, aber auf gut geframte Direktansprache mit konkreter Brigade-Beschreibung reagieren. Weniger relevant für klassische Individualgastronomie auf dem Land.

  3. XING

    ProJobs ab 195 € pro Monat

    Weiterhin relevant für Hotelrestaurants und gehobene Individualgastronomie im deutschen Mittelstand, besonders in NRW, Bayern und Baden-Württemberg. Profile über 40 Jahre und Quereinsteiger:innen aus Hotel-Brigaden sind auf XING tendenziell besser erreichbar als auf LinkedIn. Komplementär zu LinkedIn, nicht Ersatz.

  4. Mitarbeiter-Empfehlungen aus Küchen-Netzwerken

    500-1.500 € pro erfolgreiche Vermittlung nach bestandener Probezeit

    In der Gastronomie der qualitativ stärkste Kanal: Köch:innen, Patissier:innen und ehemalige Brigade-Kolleg:innen kennen die guten Souschef:innen ihrer vorherigen Häuser. Ein dotiertes Empfehlungsprogramm (500-1.500 € nach Probezeit) zahlt sich besser aus als zusätzliches Plattform-Budget, weil die Empfehlungen den Konzept-Fit und die Stations-Reife schon vorfiltern. Verlangt aber ein bestehendes Küchen-Team mit Branchen-Vernetzung und gesunder Fluktuation.

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