Marketing Manager:in

DeutschlandMittlere Erfahrung

Stellenausschreibung, Gehalt, Sourcing, 15 Interviewfragen und 30/60/90-Plan, um Marketing Manager:innen im KMU in Deutschland einzustellen.

Auf einen Blick

  • Einstellungsdauer45–75 Tage
  • Erfahrung4–8 Jahre

So stellen Sie eine:n Marketing Manager:in für Ihr KMU ein

Bevor Sie die Stellenausschreibung schreiben, klären Sie drei Fragen. Sie entscheiden, ob die Einstellung der richtige Hebel ist und welches Profil Sie tatsächlich brauchen. Die Rolle der:des Marketing Manager:in im KMU gehört zu den am schlechtesten gerahmten Positionen am Markt: derselbe Titel deckt Profile ab, die auf völlig unterschiedlichen Ebenen operieren.

Stellen Sie Ihre:n erste:n Marketing-Hire ein oder eine:n weitere:n? Die:der erste Marketing-Hire baut die Funktion von null auf: Audit des Bestehenden, Tool-Auswahl, Redaktionsplan, erste messbare Kampagnen, geteiltes Dashboard mit dem Vertrieb. Sie brauchen eine:n autonome:n Generalist:in, die:der mit Ambiguität umgehen kann und der Geschäftsführung Nein sagt, wenn ein Projekt keinen Business-Impact hat. Ein:e weitere:r Marketing-Hire kommt in eine bereits gerahmte Funktion und exekutiert auf einem definierten Scope; Sie brauchen ein Profil, das sich in eine bestehende Kadenz integriert. Beide Profile erkennt man an unterschiedlichen Fragen im Interview (siehe Abschnitt Evaluation). Machen Sie die Situation in der Anzeige explizit; sonst ziehen Sie die falschen Profile an.

Demand Generation oder Brand: welche Priorität in den nächsten 12 Monaten? Demand Gen produziert bezifferte Vertriebspipeline (MQL, SQL, Opportunities) und einen messbaren Return in 6 bis 12 Monaten. Brand baut Bekanntheit und Kaufpräferenz über 18 bis 36 Monate, schwerer messbar, aber mit wachsender Wirkung als Moat, je größer die Firma wird. KMUs am Ende der Anschubphase (bis etwa 5 Mio. € ARR) müssen fast immer Demand Gen priorisieren; etablierte KMUs (ab 10 Mio. € ARR) profitieren von strukturierter Brand-Investition. Wer ein Brand-Profil für ein Demand-Gen-Ziel einstellt, produziert für die Geschäftsführung unsichtbare Ergebnisse; umgekehrt bekommen Sie Pipeline ohne Markenpersönlichkeit. Klären Sie das vor der Einstellung.

Welches Marketing-Gesamtbudget pro Jahr können Sie wirklich einplanen? Die Kosten einer:eines Marketing Manager:in (55 k€ Brutto-Median + Lohnnebenkosten = etwa 70 k€ All-in) sind nur ein Teil des Marketingbudgets. Damit sie:er exekutieren kann, planen Sie 30 bis 80 k€ pro Jahr zusätzlich ein für Tools (CRM, Automation, Analytics, SEO), Freelance-Content-Produktion (8 bis 15 k€) und Paid Acquisition, falls relevant (15 bis 40 k€). Unter 100 k€ All-in-Gesamtbudget verbringt die:der Marketing Manager:in 80 % der Zeit damit, alles selbst zu tun, ohne Hebel; ab 200 k€ All-in können Sie ambitionierte Baustellen planen. Wenn Ihr Gesamtbudget unter 60 k€ All-in liegt, ziehen Sie eine:n Marketeer:in auf Fractional-Basis oder eine:n Senior-Freelance einer Vollzeitstelle vor.

Indikative Kapazitätsrechnung: ein:e Marketing Manager:in als Generalist:in steuert 3 bis 5 Baustellen parallel in einem KMU. Darüber hinaus sinkt die Exekutionsqualität. Wenn Sie mehr als 5 Prioritäts-Baustellen haben, stellen Sie eine:n zweite:n Marketeer:in oder ein Senior-Profil mit Content-Manager:in im Support ein.

Wo Sie diese Rolle finden

  1. LinkedIn

    200 bis 400 € / Monat für Job Slots, 600 bis 800 € / Monat mit Recruiter Lite

    In Deutschland der wichtigste Kanal für Marketing-Profile auf Mid-Senior-Ebene, vor allem in Berlin, München und Hamburg sowie in der gesamten B2B-SaaS- und Tech-Szene. Aktives Sourcing per InMail an Marketing Manager:innen in vergleichbaren KMUs liefert deutlich besseres Signal als Job-Posts allein. Bei aktivem Sourcing kommen typischerweise 50 bis 70 % der qualifizierten Bewerbungen über LinkedIn. Filtern Sie nach Unternehmensgröße der Vorpositionen (10 bis 200 Mitarbeitende), um Konzern-Profile auszuschließen, die nie eigenständig exekutiert haben.

  2. XING

    ProJobs ab 195 € / Monat

    Für Marketing-Profile im klassischen Mittelstand (Maschinenbau, Industrie, B2B-Services) und außerhalb der Berlin-Tech-Blase weiterhin relevant, besonders in NRW, Baden-Württemberg und Bayern. Schwächer bei jüngeren Profilen unter 35 oder bei Tech- und SaaS-Marketing. Gute Ergänzung zu LinkedIn, wenn Sie in einem Mittelstandssektor recruiten oder regional außerhalb der Großstädte sourcen.

  3. Stepstone

    Ab 995 € / 30 Tage

    Größter klassischer Stellenmarkt in Deutschland mit breitem Bewerber-Pool. Für Marketing-Manager-Profile liefert Stepstone Volumen, vor allem aus Industrie und Mittelstand; das Signal im Senior-Bereich ist etwas schwächer als bei LinkedIn oder XING. Sinnvoll als Ergänzung, wenn Sie Reichweite über die LinkedIn-Bubble hinaus brauchen und das zusätzliche Filtering leisten können.

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