Reskilling
Reskilling qualifiziert für einen anderen Beruf oder deutlich veränderte Tätigkeiten. Upskilling ergänzt Fähigkeiten für die bisherige Arbeit. Reskilling kann einen internen Wechsel unterstützen; Redeployment kann folgen, gehört aber nicht zur Definition.
Eine neue berufliche Richtung
Cedefop beschreibt Reskilling in seinem Glossar zu Reskilling und Retraining als Entwicklung von Fähigkeiten für einen neuen Beruf oder andere berufliche Tätigkeiten. Entscheidend ist also die Arbeit, auf die eine Qualifizierung vorbereitet. Wer ein neues System für dieselbe Rolle lernt, baut möglicherweise Fähigkeiten im bestehenden Aufgabenfeld aus. Wer sich auf einen anderen Beruf vorbereitet, schlägt eine neue Richtung ein.
Reskilling kann einen internen Stellenwechsel, eine berufliche Neuorientierung oder den Umgang mit veränderten Aufgaben unterstützen. Redeployment ist eine mögliche anschließende Entscheidung des Unternehmens, aber kein Synonym. Eine Weiterbildung kann auch sinnvoll sein, ohne dass unmittelbar eine andere Stelle folgt.
Das deutsche Wort „Umschulung“ liegt nahe, ist aber ein Begriff des Berufsbildungsgesetzes. § 1 Abs. 5 BBiG sagt, die berufliche Umschulung solle zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen; die berufliche Fortbildung soll dagegen die berufliche Handlungsfähigkeit erhalten, anpassen oder erweitern (Abs. 4). Dieser Eintrag folgt Cedefops Definition, nicht dem Gesetz. Ob eine bestimmte Maßnahme eine Umschulung im Sinn des BBiG ist, hängt von ihrer Ausgestaltung ab und lässt sich nicht aus dem Wort ableiten.
Vom Ziel zur Lernlücke
Ausgangspunkt sind die Aufgaben in der angestrebten Rolle. Welche Kenntnisse und Fähigkeiten braucht eine Person, was davon bringt sie bereits mit und was muss sie noch üben? Eine Support-Fachkraft, die sich auf Qualitätssicherung vorbereitet, müsste zum Beispiel lernen, Tests nachvollziehbar zu dokumentieren und Fehler zu melden. Das ist ein mögliches Beispiel, kein allgemeingültiger Wechselpfad.
Cedefop grenzt Reskilling von Upskilling ab: Dabei werden vorhandene Kenntnisse für die bisherige Arbeit ergänzt oder aktualisiert. Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Lernrichtungen. Sie sagen nichts über eine feste Dauer aus und garantieren keinen beruflichen Ausgang.
Lernen und Arbeit zusammenbringen
Ein tragfähiger Plan benennt die Zielaufgaben, lässt Zeit zum Üben und sieht Rückmeldung zu den gezeigten Fähigkeiten vor. Auch die laufende Arbeitsbelastung und verfügbare Unterstützung gehören dazu. Ändert sich die Zielrolle, kann sich auch der Lernbedarf verschieben.
Soll die Zielrolle intern besetzt werden, ist Reskilling nur ein Weg dorthin: Interne Mobilität beschreibt den Wechsel selbst, Reskilling die Vorbereitung darauf. Vergleichen Sie beides mit einer externen Einstellung, bevor Sie Zeit und Betreuung zusagen.
Arbeitgeber:innen können Übungsaufgaben anhand der Anforderungen der Zielrolle besprechen. Die Teilnahme an einem Kurs beantwortet für sich genommen noch nicht, ob jemand für die Arbeit bereit ist.