Lehrer:in (privater Bildungssektor)
Häufige Fragen zum Einstellungsprozess für Lehrer:in sowie die häufigsten Fehler dabei.
Häufige Fehler bei der Besetzung dieser Rolle
Die häufigsten Fehleinstellungen bei Lehrkräften im privaten Sektor entstehen, bevor die Stellenausschreibung überhaupt online geht: falscher Sektor, falscher Qualifikationsmaßstab oder ein übersprungener Praxistest.
Diesen Leitfaden für eine Stelle im öffentlichen Schuldienst nutzen
Öffentliche Schulen stellen über das Landesschulamt oder das Bildungsministerium des Bundeslands ein, meist im Beamtenverhältnis oder nach TV-L, mit eigenem Bewerbungsportal und Auswahlverfahren. Diese Vorlage, das Gehaltsband und die Sourcing-Kanäle gelten für den privaten Sektor: Privatschulen in freier Trägerschaft, Sprachschulen, Nachhilfeinstitute, private Kitas und betriebliche Weiterbildung. Wer sie unverändert auf eine Stelle im öffentlichen Dienst überträgt, schreibt ein falsches Gehaltsband aus und übergeht das Beamtenrecht oder den TV-L als eigentliche Rechtsgrundlage.
Qualifikationsniveau von Ersatzschule und Ergänzungsschule verwechseln
Wer für eine Ersatzschule ohne Prüfung der Unterrichtsgenehmigungsfähigkeit einstellt, riskiert eine abgelehnte Genehmigung erst nach Vertragsunterschrift, wenn die neue Lehrkraft eigentlich schon vor der Klasse stehen sollte. Wer umgekehrt für ein Nachhilfeinstitut oder eine Sprachschule ein abgeschlossenes Lehramtsstudium voraussetzt, filtert geeignete Quereinsteiger:innen ohne rechtlichen Grund heraus und verengt den Bewerbendenpool unnötig. Klären Sie den Trägertyp der eigenen Einrichtung, bevor Sie die Anforderungen formulieren.
Keine Probestunde vor Vertragsunterschrift
Zeugnisse und Zertifikate zeigen fachliche Tiefe, aber nicht, ob jemand eine Gruppe von 15 Elfjährigen 45 Minuten lang bei der Sache hält. Eine bezahlte Probestunde vor der finalen Entscheidung, mit echten oder simulierten Lernenden, ist im Bildungssektor Standard und deckt Schwächen auf, die im reinen Gespräch unsichtbar bleiben. Wer diesen Schritt aus Zeitdruck streicht, tauscht die Lehrkraft nach der Probezeit häufiger wieder aus.
Erweitertes Führungszeugnis erst nach Vertragsunterschrift verlangen
Bei Rollen mit regelmäßigem Kontakt zu Minderjährigen ist das erweiterte Führungszeugnis Teil der Einstellungsentscheidung selbst. Wird es erst nach Vertragsunterschrift verlangt und liefert ein relevantes Ergebnis, steht die Einrichtung vor einer Kündigung in der Probezeit statt vor einer sauberen Absage. Fordern Sie das Dokument spätestens vor der finalen Zusage an, am besten schon im Bewerbungsgespräch.
Honorarvertrag ohne Statusprüfung aufsetzen
Ein Honorarvertrag mit festen Wochenstunden, vorgegebenem Unterrichtsort und Einbindung in den Stundenplan des Instituts sieht sozialversicherungsrechtlich oft wie eine Anstellung aus, unabhängig von der Vertragsüberschrift. Eine spätere Prüfung durch die Deutsche Rentenversicherung kann Nachzahlungen für mehrere Jahre auslösen, wie der Fall des Goethe-Instituts 2017 gezeigt hat. Ein Statusfeststellungsverfahren vor Vertragsbeginn kostet wenig Zeit und schützt vor genau diesem Risiko.
Häufige Fragen
Was verdient ein:e Lehrer:in an einer Privatschule in Deutschland?
Eignet sich dieser Leitfaden für eine Stelle an einer öffentlichen Schule?
Brauche ich für eine Stelle an einer Sprachschule oder einem Nachhilfeinstitut ein Lehramtsstudium?
Was ist der Unterschied zwischen Ersatzschule und Ergänzungsschule bei der Einstellung?
Kann ich Sprach- oder Nachhilfelehrkräfte als Honorarkraft beschäftigen?
Brauche ich für diese Rolle ein erweitertes Führungszeugnis?
Aktualisiert