Elektroingenieur:in
Strukturierte Interviewfragen für Elektroingenieur:in — mit dem Signal, auf das eine starke Antwort jeweils hinweist.
VerhaltensbezogenSchaltplan-Entwurf Beschreiben Sie ein Projekt, in dem Sie einen Schaltplan oder eine Schaltschrank-Auslegung von Grund auf entworfen haben. Welche Norm war einschlägig, welche Entscheidungen mussten Sie treffen und wo lag die größte technische Hürde?
Worauf eine starke Antwort hinweistKonkrete Norm-Referenz (DIN VDE 0100, IEC 61439, DIN EN 60204-1), saubere Begründung der Dimensionierung (Querschnitt, Selektivität, Kurzschlussfestigkeit), realistische Einschätzung der Hürde statt Selbstinszenierung. Kandidat:innen, die keine Norm benennen oder den Schaltplan auf Symbol-Ebene beschreiben, haben meist nur unterstützend gearbeitet.
VerhaltensbezogenDiagnose und Inbetriebnahme Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie einen technischen Fehler in einer Anlage diagnostiziert haben, der unter Last sporadisch auftrat. Wie sind Sie vorgegangen, welche Messmittel haben Sie eingesetzt und wie lange hat es gedauert?
Worauf eine starke Antwort hinweistSystematisches Vorgehen (Hypothese, Messung, Ausschluss) statt Trial-and-Error. Nennung konkreter Messtechnik (Oszilloskop, Stromzange, Netzanalysator, Thermografie). Realistische Zeitangabe von Stunden bis Tagen. Wer in 30 Minuten alles findet, hat den Fehler vermutlich vereinfacht; wer wochenlang sucht ohne Hypothesenraum, hat keine Struktur.
VerhaltensbezogenDiagnose und Inbetriebnahme Schildern Sie eine Auslegungsentscheidung, die Sie im Nachhinein anders treffen würden. Was war der Kontext, was haben Sie gewählt und was haben Sie daraus gelernt?
Worauf eine starke Antwort hinweistReife, eine eigene Entscheidung als suboptimal zu benennen ohne externe Schuldzuweisung. Konkretes Lernen, das in spätere Projekte eingeflossen ist (Sicherheitsfaktor erhöht, andere Schutzart gewählt, Reserve im Schaltschrank vorgesehen). Kandidat:innen, die keine Schwachstelle nennen können, zeigen oft mangelnde Selbstreflexion oder zu wenig Verantwortung in der Vergangenheit.
SituativDiagnose und Inbetriebnahme Ein Kunde meldet, dass ein FU-gesteuerter Antrieb bei voller Last sporadisch in Störung geht. Sie haben telefonischen Kontakt mit dem Elektriker vor Ort, aber keinen direkten Zugriff. Wie strukturieren Sie die ersten 60 Minuten?
Worauf eine starke Antwort hinweistStrukturierte Ferndiagnose: erst Symptomklärung (welcher Fehlercode, wann genau, reproduzierbar), dann Hypothesenraum (Netzqualität, Last, Parametrierung, Kühlung), dann gezielte Messaufträge. Schlechte Antwort: sofort Bauteile tauschen lassen. Gute Antwort: Fehlercode aus dem FU auslesen, Last- und Spannungsverlauf protokollieren, dann erst Schlussfolgerung.
SituativNormenkenntnis VDE und IEC Sie sollen eine Maschine in den asiatischen Markt liefern. Die Schaltschrank-Auslegung basiert bislang auf DIN VDE und IEC. Welche Anpassungen prüfen Sie?
Worauf eine starke Antwort hinweistAwareness für regional unterschiedliche Normen (UL 508A für Nordamerika, CCC für China, KC-Mark für Korea) und Netzformen (TN-S vs. TT vs. IT, 110 V vs. 230 V, 50 vs. 60 Hz). Konkrete Folgen: andere Schutzkonzepte, andere Komponentenzulassungen, andere Beschriftung. Kandidat:innen, die nur CE-Konformität nennen, übersehen die Marktrealität.
SituativNormenkenntnis VDE und IEC Ein Projekt steht zwei Wochen vor Inbetriebnahme. Während des Werkstests stellt sich heraus, dass die geplante Sicherung im Hauptschaltschrank die Selektivität zur vorgelagerten NSHV nicht einhalten kann. Was tun Sie in den nächsten 48 Stunden?
Worauf eine starke Antwort hinweistPriorisierung: zuerst Risiko und Tragweite bewerten (Personenschutz, Sachschutz, Termin), dann Optionen durchrechnen (selektive Sicherung tauschen, Staffelung neu wählen, Leistungsschalter mit elektronischer Auslösung einsetzen), dann mit Kunde und Bauleitung abstimmen. Wer den Termin als gesetzt nimmt und Sicherheit kompromittiert, ist eine rote Flagge.
FachlichDimensionierung NS und MS Erklären Sie die Selektivität zwischen zwei Schutzeinrichtungen in einer Niederspannungsverteilung. Was muss erfüllt sein, und welche zwei Verfahren kennen Sie zur Prüfung?
Worauf eine starke Antwort hinweistKlare Definition: bei einem Fehler löst nur die nächstgelegene Schutzeinrichtung aus. Verfahren: zeitliche Staffelung (Verzögerung) und stromabhängige Staffelung (Auslösekennlinie). Kenntnis der Selektivitätstabellen der Hersteller (Siemens, Eaton, ABB, Schneider) und der Grenze bei sehr großen Kurzschlussströmen. Bonus: Erwähnung von DIN VDE 0100-530 und Kaskadierung als bewusste Alternative.
FachlichDimensionierung NS und MS Sie sollen einen Drehstrommotor mit 30 kW Nennleistung über einen Frequenzumrichter ansteuern. Welche Komponenten dimensionieren Sie zwischen Netz und Motor, und welche Schutzkonzepte berücksichtigen Sie?
Worauf eine starke Antwort hinweistVollständige Kette: Netzdrossel oder Netzfilter, Vorsicherung, Hauptschütz, FU mit passender Leistungsklasse, ggf. Motordrossel oder dU/dt-Filter, geschirmte Motorleitung, EMV-gerechte Erdung. Schutzkonzepte: Personenschutz durch allstromsensitiven RCD Typ B, Motorschutz über FU-Parameter plus Thermistor, Kurzschlussschutz nach IEC 60947-4-1. Kandidat:innen, die direkt von der Sicherung zum Motor verkabeln, vergessen die EMV- und FU-Spezifika.
FachlichSchaltplan-Entwurf Welche EPLAN- oder See-Electrical-Funktionen nutzen Sie für die effiziente Erstellung eines mehrseitigen Schaltplans, und wie strukturieren Sie ein Projekt, damit ein anderer Elektroingenieur es übernehmen kann?
Worauf eine starke Antwort hinweistKonkrete Funktionen: Makro- und Schaltplanvorlagen, Querverweis- und Kontaktspiegel, Klemmenpläne und Stücklisten automatisch generieren, Revisionsmanagement. Strukturierung: konsistente Seitennummerierung, Klemmenleisten und Betriebsmittelkennzeichnung nach DIN EN 81346, Dokumentation der Funktionsgruppen. Kandidat:innen, die EPLAN nur als Zeichenwerkzeug nutzen, haben es nie auf Übergabe und Wartbarkeit hin eingesetzt.
CaseDimensionierung NS und MS Wir liefern eine Sortieranlage mit zwölf Antrieben, sechs Sensorgruppen und einer übergeordneten SCADA-Anbindung. Skizzieren Sie an der Tafel das grobe Stromlaufkonzept vom Netzanschluss bis zu den Antrieben, und sagen Sie, welche Entscheidungen Sie früh treffen müssen.
Worauf eine starke Antwort hinweistStrukturiertes Vorgehen: Leistungsbilanz, Wahl des Netzanschlusses, Hauptverteilung mit Selektivitätskonzept, Unterverteilungen pro Funktionsgruppe, FU-Konzept (zentral vs. dezentral), Bus-Topologie für SCADA (Profinet, EtherCAT), Sicherheitskreise getrennt von Steuerung. Frühentscheidungen: Schutzart der Schaltschränke, Verkabelungskonzept, Redundanz im Sicherheitskreis. Wer ohne Leistungsbilanz startet, verliert die Auslegung.
CaseSchaltplan-Entwurf Sie erhalten von der Mechanikabteilung ein Lastenheft für eine neue Maschine. Die Schaltschrank-Dimensionierung muss in 5 Werktagen stehen. Wie planen Sie diese 5 Tage, und welche Annahmen würden Sie früh mit der Mechanik klären?
Worauf eine starke Antwort hinweistTag 1: Lastenheft lesen, Leistungsbilanz, Listung aller Antriebe und Sensoren. Tag 2: Auslegung Hauptkomponenten und Schutzkonzept. Tag 3: EPLAN-Grundgerüst. Tag 4: Detaillierung Klemmen, Beschriftung, Stückliste. Tag 5: Review und Korrektur. Klärungspunkte mit Mechanik: Schutzart, Aufstellungsort (Wärme, Verschmutzung), Verkabelungswege, Reserve in Schaltschrankgröße. Wer linear vorgeht ohne frühe Klärung, läuft am Tag 4 in Schleifen.
CaseAutomatisierung und SCADA Ein Bestandskunde will eine bestehende Anlage von SPS mit klassischem HMI auf eine moderne SCADA-Anbindung umstellen, ohne Produktionsstillstand mehr als 48 Stunden. Wie strukturieren Sie das Projekt?
Worauf eine starke Antwort hinweistPhasenmodell: Bestandsaufnahme der vorhandenen Steuerung, parallele Vorbereitung der SCADA-Umgebung, Test in einer Sandbox, Umschaltfenster definieren, Rückfallplan. Konkretes Verständnis von Kommunikationsprotokollen (OPC UA, Modbus TCP, Profinet) und der Risiken beim Umschalten. Kandidat:innen, die ohne Rückfallplan arbeiten, haben selten unter echtem Stillstandsdruck integriert.
WerteElektrofachkraft und Sicherheitsverantwortung Wie halten Sie Ihre Kenntnisse zu Normen, neuen Bauteilen und Verfahren aktuell? Nennen Sie konkrete Quellen und Routinen.
Worauf eine starke Antwort hinweistKonkrete Quellen: VDE-Veröffentlichungen, etz Elektrotechnik und Automation, Hersteller-Newsletter (Siemens, Phoenix Contact, Eaton, ABB), regelmäßige Lehrgänge (VDE-Akademie, TÜV). Etablierte Routine statt Lippenbekenntnis. Wer sagt im Internet, ist meist nicht systematisch unterwegs; wer 2-3 konkrete Quellen mit Frequenz nennt, lebt Weiterbildung.
WerteElektrofachkraft und Sicherheitsverantwortung Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie nein zu einer Anforderung gesagt haben, die Sie für technisch oder normativ nicht vertretbar hielten. Was war der Druck, und wie haben Sie das durchgehalten?
Worauf eine starke Antwort hinweistStandfestigkeit als Elektrofachkraft. Ein:e Elektroingenieur:in muss nein sagen können, wenn Vertrieb oder Geschäftsführung Termine oder Kosten über Sicherheit stellen wollen. Konkretes Beispiel mit klarem Norm- oder Sicherheitsbezug, ruhige Begründung, keine Eskalation aus Trotz. Kandidat:innen, die nie nein gesagt haben, sind entweder konfliktscheu oder hatten zu wenig Verantwortung.
WerteElektrofachkraft und Sicherheitsverantwortung Was unterscheidet aus Ihrer Sicht eine:n gute:n von eine:r sehr gute:n Elektroingenieur:in nach 5 Jahren Berufserfahrung?
Worauf eine starke Antwort hinweistReife Antwort statt Klischee. Gute Indikatoren: vorausschauende Auslegung (Reserve, Wartbarkeit, Erweiterbarkeit), saubere Dokumentation, normsicheres Arbeiten ohne nachzuschlagen, Kommunikation mit Mechanik und Inbetriebnehmer:innen auf Augenhöhe. Schwache Antwort: schnell, kreativ, teamfähig. Sehr gute Antwort: nennt Wartbarkeit oder normsichere Routine explizit als Differenzierer.
Evaluations-Playbook
Die Bewertung einer Elektroingenieur:in stützt sich auf zwei klar trennbare Signale: belegbare Auslegungsfähigkeit (über Case Study und technische Fragen) und Verantwortungshaltung als Elektrofachkraft (über Behavioral- und Values-Fragen). Eines ohne das andere führt zur Fehlbesetzung.
Stufe 1: CV-Lektüre
Worauf achten: konkrete Projektgrößen statt nur Tätigkeitsbeschreibungen (mitgewirkt an reicht nicht aus, wenn die Position 3-8 Jahre Erfahrung erfordert), eingesetzte Tools mit Versionen (EPLAN Electric P8 ab 2.9, See Electrical Expert), genannte Normen (DIN VDE 0100, IEC 61439, DIN EN 60204-1). Negativ: 12-Monats-Stationen ohne erkennbares Projektergebnis. Studienabschluss nicht überbewerten; ein FH-Abschluss mit 5 Jahren Anlagenbau-Erfahrung schlägt einen TU-Master ohne Projektpraxis.
Stufe 2: Telefon-Screen (30 Minuten)
Drei Fragen: (1) Beschreiben Sie das letzte Projekt, in dem Sie die Schaltschrank-Auslegung verantwortet haben, von Lastenheft bis Inbetriebnahme. (2) Mit welchen Normen arbeiten Sie täglich, welche kennen Sie nur passiv? (3) Warum suchen Sie jetzt einen Wechsel? Die zweite Frage trennt aktive Anwender:innen von Lippenbekenner:innen sehr schnell. Ergebnis: Go oder No-Go in 5 Minuten Debrief.
Stufe 3: Strukturiertes Fachinterview (90 Minuten)
Mindestens zwei Interviewer:innen, davon ein:e erfahrene:r Elektroingenieur:in. Folgen Sie den 15 strukturierten Fragen oben, abwechselnd behavioral, situational, technical, case und values. Lassen Sie bei der Selektivitäts- oder FU-Frage an der Tafel skizzieren. Unabhängiges Scoring vor dem Debrief, kein vorzeitiges Konsens-Drücken.
Stufe 4: Case Study Schaltplan-Entwurf oder Schaltschrank-Dimensionierung (2 Stunden)
Konkrete Aufgabe, die zum Stellenprofil passt: entweder Skizze und Dimensionierung eines Hauptschaltschranks für eine vorgegebene Maschine (Leistungsbilanz, Schutzkonzept, Selektivität, Klemmenkonzept), oder Diagnose eines Schaltplans mit eingebauten Fehlern. Geben Sie das Datenblatt der Mechanik, eine grobe Aufstellungsbeschreibung und die Zielnormen vor. Bewertet wird nicht Vollständigkeit, sondern Vorgehensweise, Norm-Referenzen und Erkennen von Fehlstellen.
Woran Sie eine hervorragende Besetzung erkennen
| Kompetenz | Unter Anforderung | Auf Niveau | Über Anforderung |
|---|---|---|---|
| Schaltplan-Entwurf (EPLAN oder See Electrical) | Kann vorhandene Schaltpläne lesen und in begrenztem Umfang ändern, aber keinen neuen Schaltplan selbstständig aufbauen. EPLAN-Kenntnisse beschränken sich auf Symbol-Setzen. Klemmenpläne und Stücklisten werden manuell gepflegt. | Entwirft mehrseitige Schaltpläne mit konsistenter Betriebsmittelkennzeichnung nach DIN EN 81346, automatischer Klemmen- und Stücklistengenerierung. Nutzt Makros und Vorlagen, kann ein Projekt zur Übergabe strukturieren. | Baut Schaltplan-Bibliotheken und Projektstandards für ein Team auf. Reduziert Durchlaufzeit pro Standardmaschine um 30-50 Prozent durch Vorlagen und Makros. Schult Junior-Kolleg:innen auf das Tool und auf normsichere Struktur. |
| Dimensionierung NS und MS | Greift bei der Dimensionierung auf Faustformeln oder fertige Tabellen zurück, ohne die zugrundeliegende Berechnung (Kurzschlussstrom, Spannungsfall, Selektivität) selbst durchführen zu können. Übersieht Sonderfälle wie FU-Lasten oder lange Leitungen. | Dimensioniert Niederspannungsverteilungen vollständig selbstständig: Querschnitt, Schutz, Selektivität, Spannungsfall, Kurzschlussfestigkeit. Berücksichtigt FU-spezifische Anforderungen (Netzdrossel, RCD Typ B, EMV). | Beherrscht zusätzlich Mittelspannungs-Auslegung bis 24 kV oder spezialisierte Anwendungen (Funktionale Sicherheit IEC 61508 bis SIL 2 oder 3, Ex-Schutz nach ATEX, Bahnanwendungen). Hinterfragt Auslegungsannahmen vorgelagerter Planung. |
| Normenkenntnis VDE und IEC | Kennt einzelne Normen vom Namen, kann aber selten konkrete Pflichten oder Grenzwerte aus dem Kopf nennen. Schlägt im Internet nach statt in der Normensammlung. Verlässt sich auf Prüfer:innen für die Compliance. | Arbeitet routiniert mit DIN VDE 0100, IEC 61439 für Schaltgerätekombinationen, DIN EN 60204-1 für Maschinensicherheit, DIN EN ISO 13849 für Sicherheitsfunktionen. Kennt die wichtigsten Pflichten und Grenzwerte und kann bei Abweichungen die Quelle benennen. | Hat zusätzliche Spezialnormen aktiv im Einsatz (IEC 61508 Funktionale Sicherheit, IEC 60079 Ex-Schutz, EN 50121 EMV im Bahnbereich, UL 508A für Nordamerika). Vertritt das Unternehmen in einem Normungsgremium oder im VDE-Bezirksverein. |
| Automatisierung und SCADA | Sieht Automatisierung als Black Box der SPS-Programmierer:innen. Kann Bus-Topologien lesen, aber nicht auslegen. SCADA-Anbindung wird vollständig delegiert. | Legt Bus-Topologien (Profinet, EtherCAT, Modbus TCP) selbst aus, plant SCADA-Schnittstellen, definiert Kommunikationsmatrix mit den SPS-Programmierer:innen. Kennt die typischen Protokollgrenzen und Latenzanforderungen. | Integriert SCADA, MES und OPC UA aktiv in die Anlagenplanung. Kann Edge-Computing-Konzepte (z. B. Siemens Industrial Edge, Phoenix PLCnext) bewerten und in die Architektur einbauen. Schnittstelle zur IT funktioniert ohne Reibung. |
| Elektrofachkraft und Sicherheitsverantwortung | Hat die Qualifikation zur Elektrofachkraft formal, aber zeigt in der Praxis Unsicherheit bei der Verantwortungsübernahme. Lässt sich von Termin- oder Kostendruck zu Kompromissen bei der Sicherheit bewegen. DGUV-V3-Prüfungen werden delegiert ohne Verständnis der Pflichten. | Übernimmt verantwortlich die Rolle der verantwortlichen Elektrofachkraft im eigenen Projekt. Plant DGUV-V3-Prüfintervalle, dokumentiert Schaltberechtigungen, hält Unterweisungen. Sagt nein bei normativ nicht vertretbaren Anforderungen. | Etabliert Sicherheitsstandards für das gesamte Engineering-Team, schult Kolleg:innen, koordiniert mit Sicherheitsfachkraft und Betriebsarzt. Kann Sicherheitsdiskussionen mit Geschäftsführung und Kund:innen normsicher und unaufgeregt führen. |
30/60/90-Tage-Plan
Bis Tag 30
- Vollständige Einarbeitung in die Engineering-Tools (EPLAN oder See Electrical, SPS-Umgebung, Dokumentenmanagement) und in die Projektstandards des Unternehmens
- Begleitung von 2-3 laufenden Projekten als Co-Engineer:in zur Übernahme der internen Auslegungslogik und Bauteilbibliotheken
- Erstes vollständiges Bestandsprojekt gelesen und in Review-Runde 3-5 Verbesserungsvorschläge zur Standardisierung eingebracht
- Klärung der Verantwortungsübergabe als Elektrofachkraft mit Vorgesetzten und Sicherheitsfachkraft
Bis Tag 60
- Erste eigene Schaltschrank-Auslegung für ein Standardprojekt vollständig durchgeführt: Schaltplan, Dimensionierung, Stückliste, Klemmenplan, Prüfprotokoll
- Eine konkrete Verbesserung an einer Standard-Makro-Bibliothek oder einem Auslegungs-Template eingebracht und mit dem Team abgestimmt
- Erste Inbetriebnahme vor Ort begleitet oder geleitet, inklusive DGUV-V3-relevanter Schritte
- Schnittstelle zu Mechanik und Automatisierung etabliert: regelmäßige Abstimmungsroutine, geklärte Verantwortungsgrenzen
Bis Tag 90
- Mindestens ein Projekt von Lastenheft bis Inbetriebnahme als verantwortliche:r Elektroingenieur:in geführt
- Schriftliches Review mit Vorgesetzten zur Bewertung der ersten 90 Tage, Identifikation der nächsten Spezialisierung oder Weiterbildung
- Klare Positionierung im Team: welche Projekttypen, welche technologischen Schwerpunkte, welche normativen Spezialgebiete
- Beitrag zu einer übergreifenden Verbesserung: Bauteilbibliothek, Template, Prüfablauf, Onboarding für die nächste Einstellung