Elektriker:in (m/w/d)
Häufige Fragen zum Einstellungsprozess für Elektriker:in sowie die häufigsten Fehler dabei.
Häufige Fehler bei der Besetzung dieser Rolle
Die Einstellung einer Elektrofachkraft scheitert seltener an fehlenden Bewerbungen und häufiger an falschen Annahmen über Markt, Qualifikation und Zuständigkeit. Fünf Fehler tauchen in deutschen Betrieben besonders oft auf.
Am gesetzlichen statt am tariflichen Mindestlohn budgetieren
Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 € pro Stunde. Für das Elektrohandwerk gilt zusätzlich ein eigener, seit dem 30. Dezember 2024 im Bundesanzeiger für allgemeinverbindlich erklärter Tariflohn von 14,93 € pro Stunde, unabhängig von einer eigenen Tarifbindung des Betriebs. Wer eine Anzeige am allgemeinen Mindestlohn ausrichtet, unterbietet den zulässigen Boden für diese Branche und erhält entsprechend wenige oder unpassende Bewerbungen.
Gesellenbrief mit Elektrofachkraft-Status gleichsetzen
Ein bestandener Gesellenbrief bescheinigt die Ausbildung, nicht automatisch den Status einer Elektrofachkraft nach DGUV Vorschrift 3, der zusätzlich nachweisbare praktische Erfahrung voraussetzt. Wer eine frisch ausgelernte Person ohne Einarbeitungsphase allein auf eine Baustelle schickt, überträgt eine Verantwortung, die diese Person unter Umständen noch nicht eigenständig tragen kann und die im Schadensfall auf den Betrieb zurückfällt.
Meisterpflicht und Anstellung verwechseln
Der Beruf Elektrotechniker ist als zulassungspflichtiges Handwerk in Anlage A der Handwerksordnung gelistet. Das betrifft die Führung eines eigenen Betriebs und die Eintragung als verantwortliche Elektrofachkraft im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers nach § 13 NAV, nicht die Anstellung als Geselle: Eine:n Elektriker:in mit Gesellenbrief, aber ohne Meisterbrief, dürfen Sie ohne Weiteres einstellen und für die überwiegende Alltagsarbeit eigenständig arbeiten lassen.
Auf ein einzelnes Jobportal statt auf einen Kanal-Mix setzen
Kanäle, die für kaufmännische oder technische Büroprofile zuverlässig funktionieren, laufen für Elektriker-Stellen oft weitgehend leer, weil die Zielgruppe seltener aktiv auf großen, bundesweiten Plattformen sucht. Handwerkskammer-Stellenbörsen, regionale Portale, die eigene Übernahme von Auszubildenden und Empfehlungen aus dem Fachkollegen-Netzwerk liefern in dieser Rolle meist die Mehrheit der brauchbaren Bewerbungen. Ein Budget für ausschließlich generische Jobportale ist hier oft teilweise verlorenes Geld.
Die eigene Ausbildung nicht als Sourcing-Kanal nutzen
Ein Betrieb, der ausbildet, kennt Leistung und Passung eines Azubis schon Jahre vor dem Gesellenbrief und kann früh ein konkretes Übernahmeangebot machen, statt anschließend extern auszuschreiben. Betriebe, die die eigenen Auszubildenden erst kurz vor dem Abschluss ansprechen, statt frühzeitig ein Angebot zu machen, verlieren diese Personen häufig an Betriebe, die früher gefragt haben.
Häufige Fragen
Was verdient ein:e Elektriker:in in Deutschland?
Muss ich eine:n Elektriker:in mit Meisterbrief einstellen?
Wie lange dauert die Einstellung eines:einer Elektrikers:in in Deutschland?
Wo findet man am besten Elektriker:innen in Deutschland?
Welche rechtlichen Vorgaben gelten für Elektriker-Stellenausschreibungen in Deutschland?
Was ist der Unterschied zwischen Elektriker:in, Elektroniker:in und Elektrotechniker:in?
Aktualisiert