Panel-Interview
Bei einem Panel-Interview spricht eine kandidierende Person gleichzeitig mit mehreren Interviewer:innen.
Was ein Panel-Interview ist
Bei einem Panel-Interview führt eine kandidierende Person ein Gespräch mit mehreren Interviewer:innen zugleich. Das unterscheidet sich von einem Gruppeninterview, bei dem mehrere Kandidat:innen gemeinsam beurteilt werden. Ein Panel kann unterschiedliche fachliche Perspektiven zusammenbringen. Das Format allein zeigt jedoch nicht, wie jemand später mit Stakeholdern zusammenarbeitet.
Ein Panel-Interview durchführen
Der OPM-Leitfaden zu strukturierten Interviews beschreibt ein Panel aus zwei bis drei Interviewer:innen, von denen eine Person den Vorsitz übernimmt. Jedes Mitglied beobachtet, notiert und bewertet zunächst allein; erst danach besprechen sie die Bewertungen und einigen sich. Das CIPD begründet die Einzelbewertung vor der Diskussion damit, dass sonst die Einschätzung ranghöherer Mitglieder die übrigen beeinflusst.
- Panel besetzen
Wählen Sie Interviewer:innen mit unterschiedlichen, arbeitsbezogenen Perspektiven und bestimmen Sie, wer das Gespräch leitet.
- Fragen und Kriterien verteilen
Alle erhalten Fragen und Bewertungskriterien vorab und vereinbaren, wer welche Frage stellt.
- Gespräch führen
Die Leitung achtet auf die Zeit und darauf, dass die kandidierende Person ausreden kann.
- Einzeln bewerten
Jede Person hält Notizen und Punkte fest, bevor das Panel darüber spricht.
- Gemeinsam entscheiden und dokumentieren
Halten Sie fest, welche Kriterien die Entscheidung getragen haben.
Die Dokumentation hat einen rechtlichen Grund. Beweist eine abgelehnte Person Indizien, die eine Benachteiligung wegen eines in § 1 AGG genannten Grundes vermuten lassen, müssen Sie nach § 22 AGG beweisen, dass kein Verstoß vorlag. Mehr zum Gesetz steht im Eintrag zum AGG; wie die Bewertung im Einzelnen aussieht, zeigt die Interview-Scorecard.
Wo das Format an seine Grenzen kommt
Viele Stimmen können das Gespräch unübersichtlich machen. Doppelte Fragen, Unterbrechungen oder ein früher Gesamteindruck nehmen Raum für aussagekräftige Antworten. Der OPM-Leitfaden empfiehlt deshalb auch eine Schulung der Interviewer:innen. Verteilte Fragen und Einzelbewertungen können den Einfluss untereinander begrenzen, Verzerrungen aber nicht ausschließen.
Wann es passt
Ein Panel ist sinnvoll, wenn jede Person eine eigene, arbeitsbezogene Perspektive einbringt. Überschneiden sich die Beiträge, geben getrennte Gespräche der kandidierenden Person oft mehr Raum als ein Panel, in dem sie gegen mehrere Stimmen ankommen muss.