Strukturiertes Interview
Ein strukturiertes Interview verwendet vorab festgelegte, arbeitsbezogene Fragen und gemeinsame Bewertungsmaßstäbe. Dadurch werden die Gespräche für dieselbe Rolle nach vergleichbaren Kriterien geführt.
Was die Struktur ausmacht
Die Fragen richten sich nach den Aufgaben der Stelle, nicht nach spontaner Neugier im Gespräch. Die Interviewer:innen verwenden dieselben Kriterien, damit Antworten später auf derselben Grundlage besprochen werden können. Das unterscheidet die Methode von einem freien Gespräch, das bei jeder Kandidat:in anders verläuft.
OPM nennt vorbestimmte arbeitsbezogene Fragen und gemeinsame Bewertungskriterien als Merkmale strukturierter Interviews.
Wo die Grenze verläuft
Struktur heißt nicht, dass jede Äußerung vorab festgeschrieben ist. Nachfragen können sinnvoll sein, wenn sie etwas klären. Der OPM-Leitfaden erlaubt solche Nachfragen: Alle Kandidat:innen sollen vergleichbare Möglichkeiten erhalten, ihre Antworten zu erläutern; die Nachfragen sollen inhaltlich gleich bleiben. Ein verhaltensorientiertes Gespräch kann ebenso strukturiert sein wie ein situatives: Das eine fragt nach einem früheren Beispiel, das andere nach einer möglichen Reaktion auf eine hypothetische Situation.
Wie Sie die Methode festlegen
Leiten Sie Kriterien und Kernfragen aus den Aufgaben der Rolle ab. Beschreiben Sie vor dem ersten Gespräch, woran Sie für jedes Kriterium eine überzeugende Antwort erkennen und wie Sie diese bewerten. Legen Sie außerdem fest, wann Sie nachfragen und wie Sie dabei vergleichbar vorgehen. Halten Sie die Kernfragen und Bewertungsregeln in einem Interviewleitfaden fest.