Mobile Recruiting

Auch bekannt als:Mobile-First Recruiting, mobiles Recruiting

Eine perfekt ausgesteuerte Stellenanzeige verliert Kandidat:innen trotzdem am Formular, wenn dieses Tastatur und Maus voraussetzt. Mobile Recruiting behandelt Anzeige, Formular und Nachricht als eine mobile Kette — unabhängig davon, welcher Kanal den Klick gebracht hat.

Was Mobile Recruiting umfasst

Die meisten Recruiting-Tools gehen noch davon aus, dass eine Bewerbung vom eigenen Schreibtisch aus abgeschickt wird. Für viele Kandidat:innen stimmt das nicht. Laut einer Glassdoor-Auswertung von zwölf Millionen US-Bewerbungen aus dem Jahr 2018, zusammengefasst 2019 von SHRM, sucht fast 60 % der Kandidat:innen über das Smartphone nach einer Stelle. Im Gastgewerbe sind es 64,9 %, im Transportsektor 63,1 %, im Einzelhandel 60,2 %. Wer im Schichtdienst arbeitet, hat selten einen Laptop griffbereit, dafür fast immer ein Smartphone in der Tasche.

Mobile Recruiting umfasst drei Ebenen: Die Stellenanzeige muss auf einem kleinen Bildschirm lesbar sein, das Bewerbungsformular muss sich mit dem Daumen ausfüllen lassen, und Rückmeldungen an Kandidat:innen sollten dort ankommen, wo ein Smartphone sie tatsächlich anzeigt, per SMS statt in einer E-Mail, die ungelesen bleibt.

Die Grenze zu Social Recruiting und Conversational AI

Mobile Recruiting beantwortet eine andere Frage als Social Recruiting. Social Recruiting entscheidet, wo Sie jemanden erreichen — LinkedIn, Instagram, TikTok. Mobile Recruiting entscheidet, was auf dem Bildschirm passiert, sobald die Person geklickt hat, egal welche Plattform sie geschickt hat. Auch Conversational AI läuft in der Praxis oft mobil, ist damit aber nicht dasselbe: Ein textbasierter Assistent im Desktop-Browser bleibt Conversational AI, und ein einfaches Bewerbungsformular ohne jede KI, das sauber auf dem Smartphone rendert, bleibt Mobile Recruiting.

Wie Sie es an der eigenen Anzeige testen

Der Unterschied zwischen mobilem Traffic und mobilen Bewerbungen zeigt, wie groß die Lücke tatsächlich ist. Stepstones eigene Zahlen von der belgischen Jobbörse zeigen: 2019 kamen 55 % des Traffics vom Smartphone, aber nur 33 % der Bewerbungen wurden tatsächlich mobil abgeschickt. Das ist ein Anstieg gegenüber 21,4 % im Vorjahr, aber weiterhin eine große Lücke zwischen Öffnen und Abschicken. Testen Sie es selbst: Öffnen Sie Ihre eigene Stellenanzeige auf dem Smartphone, ohne zu zoomen, und füllen Sie das Formular einhändig im Browser aus, ohne etwas herunterzuladen. Scheitert einer der beiden Schritte, hilft die beste Anzeige auf Instagram nichts mehr: Die Kandidat:in hat das Formular schon wieder geschlossen.

Wo Join hineinpasst

Joins Karriereseiten und Bewerbungsformulare sind standardmäßig mobile-first, ohne separate Mobile-Vorlage. Zusätzlich lässt Quick Apply Kandidat:innen direkt aus der App einer Jobbörse heraus bewerben, statt sie auf ein externes Formular umzuleiten; Börsen mit Quick Apply verzeichnen bis zu dreimal so viele Bewerbungen wie ein klassisches Klick-Anzeigenformat.

Häufig gestellte Fragen

Ist Mobile Recruiting dasselbe wie eine Bewerbungs-App?
Nein, eine native App braucht es dafür nicht. Entscheidend ist, dass die Stellenanzeige auf dem Smartphone lesbar bleibt, das Bewerbungsformular ohne Tastatur und Maus zu schaffen ist und Updates dort ankommen, wo eine Person sie liest — etwa per SMS statt in einer E-Mail, die niemand öffnet.
Ersetzt Mobile Recruiting das Bewerbungsformular?
Nein, es entscheidet nur, ob das Formular überhaupt zu Ende ausgefüllt wird. Das Formular bleibt das Objekt; Mobile Recruiting ist die Frage, ob genau dieses Formular auf einem kleinen Bildschirm mit dem Daumen übersteht.

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