KMU-Recruiting
Auch bekannt als:KMU-Rekrutierung, Recruiting im Mittelstand, SME recruitment
KMU-Recruiting läuft nicht wie eine kleinere Version von Enterprise-Recruiting ab, sondern nach eigener Logik: weniger Budget, weniger dediziertes Personal, aber auch weniger Abstimmungsschleifen.
Was KMU-Recruiting ist
KMU-Recruiting ist Personalgewinnung, wie sie in Unternehmen unterhalb der EU-Schwelle für kleine und mittlere Unternehmen abläuft: weniger als 250 Mitarbeitende. In der Praxis heißt das meist, dass eine einzige Person Sourcing, Screening und Vertragsverhandlung gleichzeitig verantwortet, statt dass sich ein Talent-Acquisition-Team nach Funktion aufteilt. Bei Teams unter 30 Mitarbeitenden übernehmen das häufig die Gründer:innen selbst, weil noch niemand explizit dafür eingestellt wurde.
Das unterscheidet sich strukturell von Enterprise-Recruiting: Dort gibt es bereits einen mehrstufigen Freigabeprozess, ein dediziertes Bewerbermanagementsystem und ein Employer-Branding-Team, das die Reichweite ausgleicht, die ein kleines Unternehmen von sich aus nicht hat.
Wo die Grenze verläuft
Die Europäische Kommission definiert KMU in der Empfehlung 2003/361/EG über drei Stufen: Kleinstunternehmen (unter 10 Mitarbeitende, Umsatz oder Bilanzsumme bis 2 Mio. €), kleine Unternehmen (unter 50 Mitarbeitende, bis 10 Mio. €) und mittlere Unternehmen (unter 250 Mitarbeitende, Umsatz bis 50 Mio. € oder Bilanzsumme bis 43 Mio. €). Die Regel gilt unverändert seit dem 1. Januar 2005.
Nach Eurostat sind 99 % aller Unternehmen in der EU Kleinst- oder Kleinunternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten, und sie stellen 48 % aller Beschäftigten in Unternehmen (Stand 2022). KMU-Recruiting ist also nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall, an dem sich die meisten Recruiting-Tools eigentlich orientieren müssten.
Wie man entscheidet
Die Schwelle selbst sagt nichts darüber, wann ein Team von improvisierter Personalgewinnung auf ein festes Vorgehen umsteigen sollte. Ein brauchbarer Anhaltspunkt: Sobald mehr als zwei Rollen gleichzeitig offen sind oder eine Einstellung pro Quartal ansteht, lohnt sich eine erste feste Struktur, zum Beispiel eine gemeinsame Scorecard für alle Interviewer:innen.
Der zweite Anhaltspunkt ist das Preismodell. Ein KMU, das gerade erst entscheidet, ob es überhaupt ein Recruiting-Tool braucht, kann selten einen Jahresvertrag mit Sitzplatzgebühren rechtfertigen. Joins Preismodell folgt genau dieser Logik: 20 € pro aktivem Job und Monat, unbegrenzt viele Teammitglieder, monatlich kündbar, ganz ohne Jahresbindung. Das Werkzeug wächst mit der Zahl der offenen Rollen, nicht mit der Zahl der Personen, die daran mitarbeiten.
Wo Join hineinpasst
Joins Scorecard-Vorlagen geben einem KMU beim ersten strukturierten Interview eine fertige Bewertungsgrundlage für alle Interviewer:innen, ohne dass jemand eine eigene Rubrik entwerfen muss.
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