E-Recruiting

Auch bekannt als:elektronische Personalbeschaffung, Online-Recruiting, digitales Recruiting

Was der Begriff eigentlich meint

Wikipedia definiert E-Recruiting als die Unterstützung der Personalbeschaffung durch elektronische Medien und Personalsysteme — Jobportale, Social Media, Mobile Recruiting, Bewerbermanagementsysteme. Diese Definition stammt aus einer Zeit, in der „elektronisch” noch ein echtes Unterscheidungsmerkmal war: Seit Ende der 1990er-Jahre führten deutsche Großunternehmen zunehmend Bewerbermanagementsysteme ein, und die papierlose Bewerbung war damals noch die Ausnahme.

Wie das in der Praxis abläuft

E-Recruiting war nie ein einzelnes System, sondern immer ein Bündel: eine Stellenanzeige, die auf mehreren Jobportalen läuft, ein Bewerbermanagementsystem, das die eingehenden Bewerbungen sammelt, und ein Karriereseiten-Auftritt, der das Unternehmen zeigt, bevor überhaupt jemand eine Stelle anklickt. Wie sich dieses Bündel über die Jahre verschoben hat, zeigt die jährliche „Recruiting Trends”-Studie der Universität Bamberg, die seit 2003 unter diesem Namen läuft: Der Anteil von Jobportalen an den Bewerbungskanälen deutscher Großunternehmen stieg von 52,4 % im Jahr 2003 auf 68,1 % im Jahr 2012 — ein Trend, den die Studie schon in ihrem ersten Jahrgang richtig vorausgesagt hatte.

Wo die Sammelbezeichnung nicht mehr trägt

Genau darin liegt das Problem der Sammelbezeichnung: Sie beantwortet keine der Fragen, die im Alltag tatsächlich zählen. Bewerbermanagement, Recruitment Marketing und KI im Recruiting haben heute eigene Kennzahlen, eigene Tools und eigene Fachliteratur. Wer „E-Recruiting” als Suchbegriff eingibt, bekommt selten eine Antwort, die eine dieser drei Fragen konkret trifft. In deutschen Stellenanzeigen und Studiengängen hält sich der Name trotzdem, meist als Bezeichnung für eine Abteilung oder ein Studienmodul, seltener als Beschreibung dessen, was am Schreibtisch tatsächlich passiert.

Was sich stattdessen messen lässt

Statt einer Kennzahl für „E-Recruiting” braucht jedes Teilstück sein eigenes Maß: Time-to-hire fürs Bewerbermanagement, Bewerbungszahlen aus dem Talentpool für Recruitment Marketing, Formular-Abschlussrate für Mobile Recruiting. Wer versucht, „E-Recruiting” als Ganzes zu messen, findet keine der drei Zahlen wieder, sondern nur einen Sammelbegriff ohne eigene Kennzahl.

Wo Join hineinpasst

Bei Join laufen Stellenausschreibung, Bewerbermanagement und Terminplanung in einem Konto zusammen — nicht als separates „E-Recruiting"-Modul, sondern als eine zusammenhängende Kandidat:innen-Pipeline, die genau die Teilstücke verbindet, die der Sammelbegriff früher als ein Ding beschrieben hat.

Häufig gestellte Fragen

Ist E-Recruiting dasselbe wie ein Bewerbermanagementsystem?
Nein. Ein Bewerbermanagementsystem ist ein einzelnes Tool. E-Recruiting war der ältere Sammelbegriff für jede Form der elektronisch unterstützten Personalbeschaffung, wovon ein Bewerbermanagementsystem nur einen Teil abdeckt — daneben stehen Jobportale, Karriereseite und, inzwischen, KI-gestütztes Screening.
Warum taucht „E-Recruiting" noch in Stellenanzeigen auf, wenn der Begriff veraltet ist?
Weil Abteilungsnamen und Studiengänge langsamer wechseln als der Sprachgebrauch im Tagesgeschäft. Eine Stelle als „E-Recruiting-Manager:in" beschreibt heute meist genau die Aufgaben, die andernorts unter Bewerbermanagement, Recruitment Marketing oder Sourcing laufen.

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