SEO Manager:in
Strukturierte Interviewfragen für SEO Manager:in — mit dem Signal, auf das eine starke Antwort jeweils hinweist.
VerhaltensbezogenAnalytisches Denken Beschreiben Sie das letzte Mal, als ein Algorithmus-Update Ihren organischen Traffic spürbar getroffen hat. Was war die Diagnose, was haben Sie geändert, und wie lange hat die Erholung gedauert?
Worauf eine starke Antwort hinweistFähigkeit, ein Update als Diagnose-Übung und nicht als Naturkatastrophe zu rahmen. Konkrete Schritte: betroffene URLs identifiziert, Logfiles oder Search-Console-Daten zur Eingrenzung genutzt, Hypothese formuliert (Content-Qualität, E-E-A-T, technisches Issue, Backlink-Profil), Korrektur priorisiert. Bonus: die:der Kandidat:in beschreibt, was strukturell geändert wurde, um zukünftige Updates besser zu überstehen. Wer kein Update-Erlebnis benennen kann oder nur Google ist mal so antwortet, hat selten echte SEO-Praxis und neigt zu Confirmation Bias bei der Auswertung.
VerhaltensbezogenAnalytisches Denken Erzählen Sie mir vom letzten Mal, als Sie eine SEO-Hypothese hatten, die nach Datenprüfung falsch war. Was war die Hypothese, was haben die Daten gezeigt, und wie haben Sie reagiert?
Worauf eine starke Antwort hinweistFähigkeit zur eigenständigen Datenarbeit (SQL, Spreadsheet, Search Console API, Logfile-Analyse) und zur Kommunikation eines unbequemen Ergebnisses ohne defensive Haltung. Bonus: die:der Kandidat:in beschreibt, wie sie:er die Hypothese ursprünglich gerahmt hat (Konkurrenzbeobachtung, Branchen-Lehrsatz, Bauchgefühl) und wie die Validierung den eigenen Prozess geändert hat. Wer Daten nur aus Sistrix oder Ahrefs übernimmt und ohne Validierung gegen Search Console oder GA4 präsentiert, ist auf dieser Position zu schwach.
VerhaltensbezogenTechnisches SEO-Handwerk Beschreiben Sie das letzte Mal, als Sie ein technisches SEO-Problem gelöst haben, das das Engineering-Team zunächst nicht priorisieren wollte. Wie sind Sie vorgegangen?
Worauf eine starke Antwort hinweistStrukturiertes Vorgehen: Business-Case mit Traffic- und Umsatz-Impact gerechnet, technische Komplexität ehrlich eingeschätzt (nicht heruntergespielt), Alternativen aufgezeigt (vollständige Lösung versus Übergangslösung). Bonus: die:der Kandidat:in beschreibt, wie sie:er mit dem Tech-Lead direkt gesprochen hat und nicht über Tickets eskaliert, oder wie sie:er Engineering-Aufwand durch eigene Implementierung (z. B. Schema-Markup via GTM, hreflang-Patch im CMS) reduziert hat. Wer beschreibt, gegen die Mauer des Engineering-Teams angerannt zu sein, ohne den eigenen Anteil zu reflektieren, zeigt eine cross-funktionale Schwäche.
SituativContent- und Funnel-Strategie Sie übernehmen einen SEO-Posten in einem B2B-SaaS-KMU mit 60 Mitarbeitenden, 4 M€ ARR, 80.000 monatliche organische Sessions, aber nur 1,2 % Conversion-Rate auf Organic. Die Geschäftsführung will den Wert auf 2,5 % heben. Was tun Sie in den ersten 30 Tagen?
Worauf eine starke Antwort hinweistAudit vor Aktion: Funnel-Diagnose pro Landing-Page-Typ (Blog-Traffic mit Pre-Intent versus Solution-Pages mit Buying-Intent), qualitative Bewertung der Top-20-Conversion-Seiten und der Top-20-Traffic-Seiten ohne Conversion, Identifikation der zwei oder drei Engpässe mit höchstem Hebel (falscher Intent, schwacher CTA, fehlende Conversion-Logik auf Top-of-Funnel-Pages). Erst dann Hypothesen, erst dann Experimente. Kandidat:innen, die direkt zu wir bauen mehr Content springen, zeigen einen Exekutions-Bias ohne Diagnose. Bonus: die:der Kandidat:in stellt die Grundannahme in Frage (sind 2,5 % realistisch für unser Segment? Welche Vergleichsdaten gibt es?).
SituativTechnisches SEO-Handwerk Eine Konkurrenzdomain rankt seit 3 Monaten konsistent vor Ihrer auf einem Ihrer wichtigsten Keyword-Cluster. Sie haben mehr Content, mehr Backlinks und besseres technisches Setup. Was prüfen Sie als Erstes?
Worauf eine starke Antwort hinweistDifferenzierte Diagnose statt blinder Content-Verlängerung: Intent-Match prüfen (deckt die Konkurrenz den Suchintent präziser ab?), Page Experience und Core Web Vitals vergleichen, interne Verlinkung und Linkjuice-Verteilung analysieren, E-E-A-T-Signale prüfen (Autorenangaben, Quellenarbeit, Aktualisierungsdatum), SERP-Features prüfen (gewinnt die Konkurrenz Featured Snippet oder People-Also-Ask-Position). Bonus: die:der Kandidat:in nennt einen schwer messbaren Faktor (Brand-Authority im Themengebiet, semantische Tiefe) und wie er trotzdem indirekt validiert werden kann. Wer sofort mehr Backlinks oder noch mehr Wörter antwortet, hat keine moderne SEO-Posture.
SituativContent- und Funnel-Strategie Die Geschäftsführung schlägt vor, mit einem KI-Tool 200 Blog-Artikel pro Monat zu generieren, um den organischen Traffic schnell zu skalieren. Wie reagieren Sie?
Worauf eine starke Antwort hinweistKlare Positionierung gegen Skalierungs-Spam: Erklärung der Risiken (Helpful-Content-Update, manuelle Maßnahme, langfristiger Domain-Reputationsverlust), aber ohne KI-feindliche Haltung. Differenzierter Vorschlag: KI als Assistenz für Recherche, Outline und Erstentwurf, mit menschlicher Editierung, Expertise-Einbringung und Faktenprüfung im Verhältnis 30 Min. Mensch pro Artikel-Stunde. Bonus: die:der Kandidat:in nennt die Grenze (10 bis 30 hochwertige Artikel pro Monat sind nachhaltig; 200 nicht) und schlägt einen Pilot mit 10 Artikeln und 90-Tage-Sichtbarkeits-Messung vor. Wer ohne Rückfrage zustimmt oder pauschal KI ist Spam antwortet, fehlt die Nuance.
FachlichKeyword-Strategie und Recherche Wie priorisieren Sie eine Liste von 200 Keyword-Möglichkeiten aus einer Recherche? Beschreiben Sie Ihren Rahmen konkret und rechnen Sie ein Beispiel laut durch.
Worauf eine starke Antwort hinweistStrukturierte Methodik: Cluster-Bildung (semantisch verwandte Keywords zusammen), Bewertung pro Cluster nach Suchvolumen, Wettbewerb (KD oder Difficulty-Score), Intent-Match zum Funnel-Stage, erwartete Klick-Rate aus SERP-Layout (Featured Snippet, Knowledge Panel, Ads-Last). Bonus: die:der Kandidat:in nennt die Schwäche populärer Scores (Ahrefs KD ist eine Heuristik, kein Wahrheitsanspruch) und beschreibt einen Korrektur-Mechanismus (Top-10-SERP manuell prüfen, Backlink-Profile der Top-3 vergleichen). Wer nur Suchvolumen mal Difficulty antwortet, ohne Intent und SERP-Layout zu berücksichtigen, hat ein eindimensionales Modell.
FachlichTool- und Datenkompetenz Beschreiben Sie Ihren idealen SEO-Stack für ein B2B-SaaS-KMU mit 50 Mitarbeitenden und 5 M€ ARR. Begründen Sie jedes Tool und nennen Sie die zwei oder drei Verbindungen, die am schnellsten brechen.
Worauf eine starke Antwort hinweistSchlanker, kohärenter Stack: Search Console (Pflicht), Sistrix oder Ahrefs (Sichtbarkeits-Tracking, Keyword-Recherche, Backlink-Analyse), Screaming Frog oder Sitebulb (Crawler), GA4 (Conversion-Tracking), Logfile-Analyse-Tool (Botify, OnCrawl oder Screaming Frog Log Analyzer für KMU), Schema-Validator (Google Rich Results Test plus Schema.org-Validator), CMS mit guter SEO-Anbindung (oder ein Headless-Stack mit Astro, Next, Sanity). Bonus: die:der Kandidat:in identifiziert die fragilen Verbindungen (Search-Console-Daten in BigQuery exportieren für tiefere Analyse, Schema-Markup bei CMS-Updates) und nennt konkrete Stolpersteine.
FachlichTool- und Datenkompetenz Welche SEO-Analyse machen Sie regelmäßig selbst in SQL, Spreadsheet oder einem Notebook, ohne ein Analytics-Team zu fragen? Beschreiben Sie eine konkrete kürzliche Analyse mit Datenquelle, Frage und Ergebnis.
Worauf eine starke Antwort hinweistOperative Datenautonomie: die:der Kandidat:in beschreibt eine konkrete Logfile-Analyse, Search-Console-Export-Auswertung (Top-Movers, Query-Cannibalization, CTR-Analyse pro Position), Crawl-Diff-Analyse oder Content-Decay-Analyse, die sie:er selbst gemacht hat, idealerweise in SQL oder einem strukturierten Notebook. Bonus: erwähnt eine Validierungs-Schleife (Ergebnis mit Content-Team oder Engineering gegengeprüft) bevor das Ergebnis kommuniziert wurde. Wer nur in Pixel-SEO-Tool-UIs (Sistrix-Dashboard, Ahrefs-Site-Explorer) arbeiten kann, ohne je eine Roh-Daten-Auswertung gemacht zu haben, stößt im KMU schnell an Grenzen, weil das Analytics-Team meist gar nicht existiert.
WerteCross-funktionale Zusammenarbeit Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie eng mit dem Engineering-Team an einem technischen SEO-Projekt gearbeitet haben. Wie war die Zusammenarbeit?
Worauf eine starke Antwort hinweistPartnerschaftliche Posture mit Engineering statt Forderungshaltung. Die:der Kandidat:in beschreibt geteilte Hypothesen, gemeinsam definierte Erfolgskriterien, geteilten Review-Prozess. Bonus: erwähnt ein technisches Projekt, das das Engineering-Team gegen den initialen Wunsch der SEO-Person umgesetzt hat (zeigt, dass sie:er die technische Logik versteht und kein Reines-Wünschen ohne System-Verständnis betreibt). Wer das Engineering-Team als das-Team-das-meine-Tickets-blockiert beschreibt, startet im KMU mit der falschen Posture.
WerteCross-funktionale Zusammenarbeit Wie nehmen Sie schwieriges Feedback aus dem Content- oder Produkt-Team auf, das eine Lücke in Ihrer SEO-Arbeit aufzeigt (z. B. unklare Briefings, Keyword-Targeting ohne Conversion-Logik)?
Worauf eine starke Antwort hinweistLernhaltung: die:der Kandidat:in beschreibt, das Feedback nicht nur gehört, sondern integriert und die Praxis verändert zu haben. Bonus: hat das Gelernte mit dem Rest des Teams geteilt oder einen neuen Prozess dokumentiert (gemeinsame Briefing-Vorlage, geteilter Intent-Schlüssel pro Keyword-Cluster). Wer beschreibt, die eigene Logik erklärt zu haben statt die Beobachtung anzunehmen, zeigt eine Coachability-Schwäche, die in einer cross-funktionalen Rolle wie SEO zum Engpass wird.
WerteCross-funktionale Zusammenarbeit Beschreiben Sie das Marketing- oder SEO-Team, in dem Sie sich am wohlsten gefühlt haben. Was hat die Kultur ausgemacht?
Worauf eine starke Antwort hinweistReflexive Klarheit über das eigene Ideal-Umfeld. Die Antwort sollte spezifisch genug sein, dass sie:er entweder zu Ihrer Kultur passt oder nicht (Geschwindigkeit, Datenfokus, technische Tiefe, Content-Qualitätsanspruch, Lern-Kadenz). Bonus: die:der Kandidat:in nennt etwas, das in vorherigen Teams gefehlt hat und ein Deal-Breaker wäre. Wer sich überall wohl fühlt, hat selten klare Präferenzen und neigt zu schneller Re-Kündigung, wenn die Realität nicht passt.
CasePosture und Motivation Warum bewerben Sie sich bei uns konkret und nicht bei einem unserer Wettbewerber, die ähnliche Profile suchen?
Worauf eine starke Antwort hinweistKonkrete Recherche zu Produkt, Markt und Stadium der Firma. Die:der Kandidat:in benennt zwei oder drei spezifische Aspekte (Marktpositionierung, Wachstumsphase, Domain-Reife, Content-Inventar, Team), die sie:ihn anziehen. Bonus: die:der Kandidat:in identifiziert auch eine Schwierigkeit oder ein Risiko der Position (geringe Domain-Authority, Wettbewerb mit Aggregator-Seiten, langer SEO-Zyklus bis zu sichtbaren Ergebnissen) und erklärt, warum es trotzdem die richtige Wahl ist. Wer mit generischen Antworten antwortet (Ich liebe SEO, die Mission spricht mich an), hat sich nicht spezifisch vorbereitet und wird nach 6 bis 12 Monaten wieder wechseln, wenn das nächste Logo lockt.
CasePosture und Motivation Was möchten Sie in dieser Rolle konkret lernen, das Sie in Ihrer aktuellen Position nicht lernen können?
Worauf eine starke Antwort hinweistSpezifische Lern-Ziele jenseits von mehr Verantwortung: ein konkreter technischer Hebel (JavaScript-SEO, internationale Skalierung, Edge-Rendering), eine konkrete Funnel-Phase (Conversion-Optimierung auf Solution-Pages, Pricing-Page-SEO), ein konkreter Markt (DACH-Spezifika, internationale Expansion mit hreflang). Bonus: die:der Kandidat:in beschreibt einen Versuch, das Gewünschte im aktuellen Job gelernt zu haben, und warum es dort nicht möglich war (zeigt aktive Lern-Haltung, nicht reine Wechsel-Motivation). Wer keine spezifischen Lern-Ziele nennen kann, sucht meist nur eine Gehaltssteigerung oder ein besseres Logo.
CasePosture und Motivation In 18 Monaten, was wäre das beste mögliche Ergebnis Ihrer Arbeit bei uns, und woran würde man es messen?
Worauf eine starke Antwort hinweistKonkrete, messbare Vision verankert in den Business-Zielen der Firma: bezifferte organische-Traffic- und Pipeline-Beiträge, verbesserte SERP-Sichtbarkeit auf strategischen Keyword-Clustern, etablierte Content-Kadenz, gehobene technische SEO-Hygiene. Bonus: die:der Kandidat:in benennt sowohl Output-Kennzahlen (was generiert wurde) als auch System-Kennzahlen (welche Prozesse, welche Tools, welche Team-Posture etabliert). Wer nur sehr generisch antwortet (Ich möchte einen Impact haben), hat keine klare Karriere-Vorstellung oder hat sich auf die konkrete Position nicht eingelassen.
Evaluations-Playbook
Die Rolle SEO Manager:in zeigt sich über vier Evaluationsstufen. Die Praxisaufgabe (Stufe 3) ist zentral: ohne sie lässt sich kaum unterscheiden, wer wirklich technische Diagnosen und Keyword-Strategien aufbauen kann von Profilen, die nur Audit-Tool-Outputs zitieren.
Stufe 1: CV-Lektüre
Suchen Sie nach: konsistenter Verweildauer (mindestens 18 Monate auf vorherigen SEO-Positionen, idealerweise mit demselben Projekt durch zwei Jahre Sichtbarkeitsaufbau), Unternehmenskontext (KMU oder Scale-up zwischen 10 und 300 Mitarbeitenden, nicht ausschließlich Agentur mit gleichzeitiger Account-Steuerung), abgedecktem Stack über mehrere Hebel hinweg (technisches SEO, Content-Strategie, Off-Page, Analytics). Negativ: 100 % Content-SEO-Spezialisierung ohne technisches Verständnis, oder umgekehrt reine Tech-Profile ohne Content- und Conversion-Sicht. Die genannten Sichtbarkeitskurven (Ich habe organischen Traffic um X % gesteigert) speichern Sie für das Interview; diese Zahlen sind ohne Kontext zu Startpunkt, Wettbewerb und Algorithmus-Updates meist wertlos.
Stufe 2: Strukturiertes Interview (90 Min.)
Folgen Sie den 15 Fragen unten, abwechselnd behavioral, situational, technical, values und case. Bitten Sie die:den Kandidat:in bei der technischen Frage zur Keyword-Priorisierung laut durchzurechnen. Mindestens zwei Interviewer:innen (idealerweise Head of Marketing plus eine Person aus Produkt oder Daten), unabhängiges Scoring vor dem Debrief.
Stufe 3: Praxisaufgabe (90 Min., siehe Work Sample)
Technisches SEO-Audit plus Content-Cluster-Vorschlag auf einer Beispiel-Domain. Die:der Kandidat:in erhält eine fiktive Domain mit Sistrix- oder Ahrefs-Screenshots plus einem Crawl-Bericht, identifiziert die drei größten technischen Hebel, schlägt einen Content-Cluster aus 5 bis 8 Seiten vor mit Keyword-Argumentation und priorisiert nach erwarteter Sichtbarkeit über 6 bis 12 Monate. Präsentation in 30 Min. mit 30 Min. Q&A. Diese Stufe wiegt stark in der finalen Entscheidung. Kandidat:innen, die Audit-Tool-Outputs ohne Priorisierung zitieren oder Vanity-Keywords ohne Conversion-Intent vorschlagen, scheiden hier aus.
Stufe 4: Referenzen (strukturierte Überprüfung)
Rufen Sie zwei Referenzen an: eine:n ehemalige:n direkte:n Vorgesetzte:n (idealerweise Head of Marketing oder Geschäftsführung) und eine:n ehemalige:n Peer aus Content, Produkt oder Engineering. Stellen Sie beiden dieselben vier Fragen: Worin ist sie:er am stärksten? Welches technische SEO-Problem hat sie:er gegen Erwartungen gelöst und wie? Würden Sie sie:ihn morgen wieder einstellen, warum oder warum nicht? Ein konkretes Beispiel, wie die Person mit einem Algorithmus-Update-Einbruch umgegangen ist? Die vierte Frage liefert das meiste Signal über die SEO-Posture.
Woran Sie eine hervorragende Besetzung erkennen
| Kompetenz | Unter Anforderung | Auf Niveau | Über Anforderung |
|---|---|---|---|
| Analytisches Denken | Liest Sistrix- oder Ahrefs-Dashboards passiv ab, ohne Hypothesen zu formulieren. Akzeptiert die erste Zahl ohne Validierung gegen Search Console oder GA4. Kann CTR pro Position, Click-Loss durch SERP-Features oder organischen Funnel-Beitrag ohne Tabellenkalkulation nicht rechnen. | Formuliert testbare Hypothesen aus Daten. Validiert Zahlen über zwei Quellen (Sistrix plus Search Console, Ahrefs plus GA4), bevor sie kommuniziert werden. Rechnet SEO-Math (erwarteter Traffic-Lift, Pipeline-Beitrag, CTR-Korrektur pro Position) operativ laut durch. | Baut eigenständig Daten-Modelle (SQL, Spreadsheet, Notebook) zur Untersuchung offener Fragen. Erkennt Verzerrungen (Cannibalization, Filter-Bubble in Logged-In-Search) in SEO-Daten und korrigiert die Auswertung entsprechend. Kann eine unbequeme Analyse vor der Geschäftsführung mit Zahlen vertreten. |
| Technisches SEO-Handwerk | Kennt SEO-Audit-Tools, kann aber Audit-Outputs nicht priorisieren. Versteht Crawl-Budget, JavaScript-Rendering, hreflang oder kanonische Logik nicht in Tiefe. Reicht alles ans Engineering-Team weiter, ohne Business-Case zu rechnen. | Diagnostiziert die häufigen technischen Engpässe eigenständig (Crawl-Fehler, Duplicate Content, Core Web Vitals, hreflang-Konflikte, Schema-Fehler). Erstellt priorisierte Tickets mit Business-Case und technischer Beschreibung. Kann Schema-Markup oder hreflang im CMS selbst implementieren, wenn kein Engineering-Aufwand nötig ist. | Versteht Rendering-Pipelines (SSR versus CSR versus ISR), Edge-Caching, Logfile-Signale auf Bot-Verhalten, JavaScript-Rendering-Diff (was Googlebot sieht versus was Browser sieht). Kann mit Engineering auf Augenhöhe über Performance-Budgets und Rendering-Strategien diskutieren. Etabliert SEO-Gate im Deployment-Prozess (automatisierte Checks vor Release). |
| Keyword-Strategie und Recherche | Nutzt einen einzelnen Keyword-Tool-Output als Ground Truth. Priorisiert nach Suchvolumen ohne Intent-Match oder SERP-Layout-Analyse. Schreibt Content auf alle hochvolumigen Keywords, ohne Cluster zu bilden. | Bildet Keyword-Cluster nach semantischer Verwandtschaft und Funnel-Stage. Priorisiert nach Suchvolumen mal Intent-Match mal realistischer Ranking-Chance (gegen Domain-Authority gebenched). Prüft Top-10-SERP manuell für Top-Kandidaten. | Etabliert ein wiederholbares Keyword-System: priorisiertes Cluster-Backlog, zentrale Dokumentation pro Cluster (Briefing, Ziel-Keywords, interne Verlinkung, erwartete Conversion-Logik), kontinuierliche Auswertung der eigenen Schätzungen. Kann das System auf Content-Team und Freelances übertragen und coacht andere im Keyword-Handwerk. |
| Content- und Funnel-Strategie | Denkt SEO als reine Traffic-Übung, ohne Conversion-Logik. Schreibt Top-of-Funnel-Content ohne CTA oder Path-to-Pipeline. Bewertet Erfolg an Traffic-Zahlen statt an organischem Pipeline-Beitrag. | Denkt End-to-End: weiß, welche Page-Typen welche Funnel-Stage bedienen (Blog für Awareness, Solution-Pages für Consideration, Pricing- und Comparison-Pages für Decision). Allokiert Content-Aufwand entsprechend. Definiert pro Cluster die Conversion-Logik. | Steuert SEO als Pipeline-Beitrag: koordiniert mit Produkt, Vertrieb und Customer Success, antizipiert Content-Decay vor dem Umsatzeffekt, etabliert geteilte SEO-Pipeline-Metriken über Funktionen hinweg. Erkennt strukturelle Limits (Markt-TAM, Intent-Engpass) jenseits der reinen SEO-Mechanik. |
| Tool- und Datenkompetenz | Bedient nur die UI-Oberflächen der gängigen Tools (Sistrix-Dashboard, Ahrefs-Site-Explorer). Kann keine API-Exporte verarbeiten, keine Logfile-Analyse durchführen, keine SQL- oder Notebook-Auswertung machen. | Exportiert Daten aus Search Console, Sistrix und GA4 in Spreadsheets oder Notebooks, validiert Zahlen über mindestens zwei Quellen, baut wiederverwendbare Auswertungs-Vorlagen. Führt einfache Logfile-Analysen mit Screaming Frog Log Analyzer oder ähnlich durch. | Schreibt eigene SQL-Queries auf Search-Console-Export in BigQuery, baut Notebook-basierte Auswertungen (Content-Decay, CTR-Anomalien, Query-Cannibalization, Crawl-Diff), automatisiert wiederkehrende Reports. Versteht die Limits der eingesetzten Tools (Sampling, Filter-Quirks) und kompensiert sie. |
| Cross-funktionale Zusammenarbeit | Verteidigt die eigene Funktion ohne Dialog mit Engineering, Content oder Produkt. Defensive Haltung gegenüber Feedback. Kein geteiltes Vokabular über Funktionen hinweg. | Geteilte Definitionen (Intent-Schlüssel, Conversion-Logik pro Cluster, technische SEO-Akzeptanzkriterien) mit den angrenzenden Teams. Regelmäßige Kadenz (wöchentlich 30 Min. mit Content, monatlich mit Engineering). Nimmt qualitatives Feedback an und integriert es. | Etabliert geteilte Dashboards, geteilte Rituale und geteilte Sprache über Funktionen hinweg. Erkennt schwache Signale aus anderen Funktionen vor der Eskalation. Coacht das eigene Umfeld in SEO-Datenkompetenz und SEO-Mindset, ohne in die Rolle der Lehrperson zu fallen. |
30/60/90-Tage-Plan
Bis Tag 30
- Vollständiger SEO-Audit: technisches Audit (Crawl, Core Web Vitals, hreflang, Schema, Logfile-Sample), Content-Inventar nach Funnel-Stage, Keyword-Sichtbarkeit pro Cluster, Backlink-Profil-Diagnose
- 1:1 mit jeder:m Schlüssel-Stakeholder:in (Geschäftsführung, Head of Marketing, Engineering-Lead, Content-Lead, Produkt-Lead) zur Klärung der Erwartungen und Reibungspunkte
- Identifikation der zwei oder drei SEO-Engpässe mit höchstem Hebel, dokumentiert mit Datenargument und ersten Hypothesen
- Search-Console-Anbindung an BigQuery (oder vergleichbares Daten-Setup) etabliert für tiefere Auswertungen
Bis Tag 60
- Priorisiertes SEO-Backlog für das Quartal (technisch plus Content), geteilt mit Geschäftsführung, Engineering und Content-Team
- Erste technische Tickets in Umsetzung mit Engineering, dokumentierter Business-Case und Erfolgsmessung
- Erster Content-Cluster (5 bis 8 Seiten) gebrieft, Produktion mit internen Autor:innen oder Freelances gestartet
- Steuerungs-Kadenz festgelegt: wöchentlich 30 Min. mit Content, monatlich 60 Min. SEO-Review mit Geschäftsführung, vierteljährlich technische Synchronisation mit Engineering
Bis Tag 90
- Erste signifikante Verbesserung auf dem Top-Engpass nachgewiesen (z. B. plus 10 bis 20 % organische Sessions auf dem Ziel-Cluster, oder dokumentierte technische Hebel-Lösung mit erwartetem Lift in den kommenden 90 Tagen)
- SEO-Roadmap für das nächste Quartal verfasst: bezifferte Sichtbarkeits- und Pipeline-Ziele, Content-Backlog, technisches Backlog, Abhängigkeiten zu Engineering und Content
- Zwei bis drei Keyword-Cluster aktiv im Aufbau oder Ausbau, jeweils mit klarem Sichtbarkeits-Vergleich gegen Baseline
- Etablierte Content-Kadenz: mindestens 4 hochwertige Artikel pro Monat plus 2 Solution- oder Comparison-Pages pro Quartal, mit dokumentiertem Briefing-Prozess