Qualitätsmanager:in
Häufige Fragen zum Einstellungsprozess für Qualitätsmanager:in sowie die häufigsten Fehler dabei.
Häufige Fehler bei der Besetzung dieser Rolle
Die häufigsten Fehleinstellungen für Qualitätsmanager:innen kommen aus drei Quellen: falsche Normenpassung, unterschätzte Politik im Werk und Verwechslung von QM-Sachbearbeitung mit echter QM-Führung.
Auf Zertifikat statt auf Normenpraxis einstellen
Ein Lead-Auditor-Zertifikat nach IATF 16949 bedeutet nicht, dass die:der Kandidat:in im Alltag wirklich tief mit der Norm gearbeitet hat. Viele Profile haben das Zertifikat in einem zweiwöchigen Kurs erworben, ohne danach selbst eine Zertifizierung verantwortet zu haben. Fragen Sie immer nach der letzten verantworteten Zertifizierung oder Rezertifizierung, nicht nach Schulungen. Vertiefung im Interview: lassen Sie die:den Kandidat:in einen konkreten 8D-Report aus der eigenen Erfahrung in 15 Minuten erklären, inklusive der gewählten Methodik und der systemischen Lehren.
Branchenpassung unterschätzen
QM in Automotive (IATF 16949, VDA 6.3, PPAP), Medizintechnik (ISO 13485, MDR, FDA), Lebensmittel (IFS, HACCP) und Maschinenbau (ISO 9001 plus kundenspezifische Forderungen) folgen unterschiedlichen Logiken. Eine Wechselrichtung aus Lebensmittel nach Automotive funktioniert selten ohne 12 bis 18 Monate Anpassung. Wenn Sie einen Branchenwechsler einstellen, planen Sie diese Anpassungsphase ein und reduzieren Sie initial die Audit-Verantwortung; sonst riskieren Sie eine verlorene Rezertifizierung im ersten Jahr.
QM-Führungskraft mit QM-Sachbearbeitung verwechseln
Im KMU ist die Qualitätsmanager:in häufig die einzige QM-Person. Eine erfahrene QM-Sachbearbeiter:in aus einem Großunternehmen, gewohnt an einen Lead-Auditor, einen Reklamationsmanager und drei Quality Engineers neben sich, scheitert oft als alleinige QM-Funktion im KMU. Klären Sie im Interview explizit, welche Aufgaben die Person zuletzt persönlich erledigt hat, statt nur verantwortet. Frage zur Klärung: Wie viele 8D-Reports haben Sie im letzten Jahr selbst geschrieben?
Cross-functional Reife nicht testen
Viele KMUs konzentrieren sich im Interview auf Normenwissen und übersehen, dass die Qualitätsfunktion in einem 50-bis-200-Mitarbeitenden-Werk täglich Reibung mit Produktion und Vertrieb hat. Eine fachlich starke Person ohne politische Reife wird im KMU als Bremse erlebt und nach 12 bis 18 Monaten gekündigt oder kündigt selbst. Reservieren Sie mindestens 30 Minuten des Interviews für situationsbezogene Fragen zu Konflikt und Kommunikation, nicht nur für Normen.