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28.07.2022 Diversität

Wie Sie berufstätige Mütter am Arbeitsplatz unterstützen

Wie Sie berufstätige Mütter am Arbeitsplatz unterstützen

Berufstätige Mütter üben oft zwei Vollzeitjobs auf einmal aus. Die richtige Unterstützung kann dazu beitragen, einen Teil des Stresses und des Drucks, der täglich auf ihnen lastet, zu mindern. Und das ist seit der Pandemie besonders wichtig.

Die Pandemie hatte, wie es in einem Bericht des McKinsey Global Institute über COVID-19 im Hinblick auf die Geschlechter heißt, eine rückschrittliche Wirkung auf die Geschlechtergleichstellung:

Deren Berechnungen zufolge waren die Arbeitsplätze von Frauen während der Krise 1,8 Mal stärker gefährdet als die von Männern.

Bei berufstätigen Müttern waren diese Zahlen sogar noch höher. Da Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten geschlossen wurden, waren Mütter gezwungen, von zu Hause aus zu arbeiten und gleichzeitig ihre Kinder zu betreuen.

Die Belastung, zwei Vollzeitjobs gleichzeitig ausüben zu müssen, führte zu einer ganzen Bandbreite negativer Konsequenzen. Im Folgenden gehen wir nicht nur darauf ein, was diese Auswirkungen waren.

Sie werden außerdem mehr darüber erfahren, wie Führungskräfte in der Wirtschaft berufstätige Mütter unterstützen können (und warum sie das tun sollten).

Hier ein kurzer Überblick über die thematischen Schwerpunkte des Artikels:

Wie die Pandemie berufstätige Mütter unverhältnismäßig stark benachteiligte

Die geschlechtsbedingte Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft ist nichts Neues.

Trotz ständiger Bemühungen um eine Angleichung der Wettbewerbsbedingungen bleiben Frauen in einer Welt, die von und für Männer gemacht wurden, oft benachteiligt (wir empfehlen dringend die Lektüre von Invisible Women: Data Bias in a World Designed for Men). Das gilt auch für Frauen auf dem Arbeitsmarkt und insbesondere für berufstätige Mütter.

Im Jahr 2007 wurde sogar der Begriff „Motherhood Penalty“ (zu Deutsch: „Mutterschaftsstrafe“) geprägt, um das Phänomen zu beschreiben, dass berufstätige Mütter mit vergleichsweise vielen Wettbewerbsnachteilen konfrontiert sind:

Diese reichen von niedrigeren Gehältern bis zu mehr abgelehnten Bewerbungen. Ein Beispiel? Untersuchungen zu diesem Thema ergaben, dass die Gehälter von Männern um etwa 6 % steigen, wenn sie Kinder haben, während sie bei Frauen in der gleichen Situation um etwa 4 % sinken.

Die Pandemie hat die Kluft zwischen (berufstätigen) Männern und Frauen letztlich noch weiter vergrößert. Das US-Arbeitsministerium kam zu dem Schluss, dass die Pandemie die Frauenerwerbsquote um Jahrzehnte zurückgeworfen hat. Es stellte fest, dass die Erwerbsquote im Jahr 2021 nur noch 55,8 % betrug – genauso viel wie zuletzt 1987.

Und diese wachsende Kluft ist zu einem großen Teil auf den Mangel an angemessener Unterstützung für berufstätige Mütter zurückzuführen.

Das Fehlen von Kinderbetreuungseinrichtungen hat dazu geführt, dass viele berufstätige Mütter ihre Kinder ganztägig selbst betreuen (und oft auch erziehen) müssen, während sie gleichzeitig versuchen, die gleiche Anzahl von Stunden in ihrem vertraglich vereinbarten Job zu arbeiten.

Als es in verschiedenen Ländern zu Lockdowns kam, mussten Mütter in aller Welt plötzlich die Rollen der Arbeitnehmerin, der Mutter und der Lehrerin unter einen Hut bringen. In vielen Fällen – insbesondere bei alleinerziehenden Müttern – kam noch die Führung des Haushalts hinzu.

Kein Wunder, dass der McKinsey-Bericht „Women in the Workplace 2021“ zu dem Ergebnis kommt, dass Frauen zunehmend mit dem Burnout kämpfen: 42 % der Frauen gaben an, oft oder fast immer überlastet zu sein.

Warum Sie das etwas angeht: der Business Case für Mütter in der Wirtschaft

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer:innen sind sich der Wichtigkeit von Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion (DEI) am Arbeitsplatz zunehmend bewusst.

Fachkräfte aus der Generation der Millennials und der Gen Z meiden Unternehmen, die keine diverse Belegschaft aufweisen, sogar mit großer Konsequenz. Bessere Chancen beim Recruiting von Talenten sollten jedoch nicht der einzige Grund für Unternehmer sein, sich um mehr Vielfalt zu bemühen.

Frauen bringen andere Perspektiven, Erkenntnissen und Ideen ein als Männer. Aufgrund dieser unterschiedlichen Erfahrungen und Fähigkeiten von Frauen im Vergleich zu Männern – und Personen, die sich mit keinem der beiden Geschlechter identifizieren – hilft eine geschlechtervielfältige Personalstruktur den Unternehmen, mehr zu erreichen, als sie es mit auf ein einzelnes Geschlecht ausgerichteten Teams tun würden.

Eine Gallup-Studie belegt, dass geschlechtsgemischte Teams von diesen Vorteilen profitieren:

  • Bessere Problemlösung innerhalb des Teams
  • Leichterer Zugang zu Ressourcen und Wissen
  • Möglichkeit, ein vielfältigeres Publikum anzusprechen
  • Stärkere Anziehung und Bindung weiblicher Fachkräfte

Bei berufstätigen Müttern kommt noch hinzu, dass sie durch die Erziehung und die Verantwortung für die Betreuung ihrer Kinder viel Erfahrung gesammelt haben.

Arbeitende Mütter bringen in der Regel auch eine Vielzahl zusätzlicher Fähigkeiten mit – von Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit bis hin zur Multitasking-Fähigkeit und der besseren Priorisierung.

Und nicht zuletzt erlebt der Arbeitsmarkt derzeit branchenübergreifend nie dagewesene Verschiebungen und Engpässe.

Obwohl der anfängliche Schock der Pandemie etwas abgeklungen zu sein scheint, erleben wir derzeit (im Jahr 2022) immer noch die Nachwirkungen der „Great Resignation“: Unternehmen haben derzeit große Mühe, ihre offenen Stellen zu besetzen.

Einen großen Teil der verfügbaren Arbeitskräfte komplett zu übersehen, würde bedeuten, dass Sie sich und Ihr Unternehmen stark benachteiligen.

Stattdessen sollten Sie Wege finden, berufstätige Mütter – sowohl bereits beschäftigte als auch potenzielle Neueinstellungen – zu unterstützen, um einen inklusiven Arbeitsplatz zu schaffen, an dem sich berufstätige Mütter entfalten können. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie genau das erreichen können.

Working mother sitting at home with her two children while working on her laptop
Photo by EKATERINA BOLOVTSOVA, Pexels

7 Möglichkeiten, wie Sie berufstätige Mütter unterstützen können

Unabhängig davon, ob Sie ein kleines Start-up oder ein großes Unternehmen leiten, muss die Unterstützung von Müttern am Arbeitsplatz nicht schwierig oder kostspielig sein. Hier sind 7 Möglichkeiten, wie Sie den berufstätigen Müttern in Ihrem Unternehmen helfen können.

1: Flexibilität ist das A und O

Die wohl wichtigste Maßnahme, die Sie ergreifen können, ist das Anbieten flexibler Arbeitsmodelle für berufstätige Mütter. Wie Sie dies am besten gestalten, hängt von Ihrer Organisation ab.

So kann z. B. ein Tech-Unternehmen kann die Möglichkeit der Remote-Arbeit anbieten, während dies bei einer Stelle im Baugewerbe eher nicht möglich sein wird. Deshalb sollte das Maß an Flexibilität und die Art und Weise, wie diese gestaltet wird, auf Ihr Unternehmen zugeschnitten sein.

Außerdem sind die Erfahrungen einer einzelnen Mutter nicht mit denen einer anderen identisch. Ob sie ein Kleinkind zu Hause hat oder ein Schulkind, das zum Schwimmunterricht gebracht werden muss, wird die spezifischen Bedürfnisse der Arbeitnehmerin in Bezug auf die Flexibilität ganz unterschiedlich beeinflussen.

Deshalb sollten Sie bei der Entwicklung eines flexiblen Prozesses folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Bieten Sie die Möglichkeit zur Remote- oder Hybridarbeit, sodass die Mitarbeiter:in teilweise oder vollständig von zu Hause aus arbeiten und bei ihrer Familie sein kann.
  • Seien Sie offen für flexible Arbeitszeiten, damit berufstätige Mutter ihre Arbeitszeiten mit ihren elterlichen Aufgaben vereinbaren kann.
  • Ziehen Sie reduzierte Arbeitszeiten oder zusätzliche freie Tage in Betracht, um eine ausgewogene Work-Life-Balance zu fördern.

2: Helfen Sie mit, Verdienstunterschiede auszugleichen

Wir haben bereits früher in diesem Artikel festgestellt, dass der Verdienst von berufstätigen Müttern tendenziell sinkt.

In Verbindung mit dem bereits bestehenden geschlechtsspezifischen Lohngefälle (Gender Pay Gap) führt das jedoch zu einer noch größeren Kluft bei der Entlohnung der Geschlechter.

Das hat nicht nur zur Folge, dass Frauen unzureichend entlohnt und ungerecht behandelt werden, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau als Haushälterin eingesetzt wird.

Denn wenn der Vater deutlich mehr verdient als die Mutter, ist es doch logisch, dass die Mutter ihren Job kündigt und nicht der Vater, oder?

3: Zuschüsse zu Kinderbetreuungskosten

Apropos Vergütung: Um berufstätige Mütter weiter zu unterstützen, können Sie zusätzliche finanzielle Unterstützung zu den Kinderbetreuungskosten in Betracht ziehen.

Wir raten ausdrücklich davon ab, dem Elternteil einfach mehr Gehalt zu zahlen. Das könnte dazu führen, dass kinderlose Mitarbeiter:innen Ihnen Bevorzugung oder Ungleichbehandlung vorwerfen – warum sollten sie für ihre Entscheidung, Kinder zu bekommen, belohnt werden?

Ziehen Sie stattdessen in Erwägung, Unterstützungsmaßnahmen als Teil Ihrer Mitarbeiter-Benefits einzuführen, während Sie gleichwertige Benefits für kinderlose Mitarbeiter:innen bieten.

4: Überbrücken Sie die elterliche Ungleichheit

Wir haben bereits über die Beseitigung des Lohnunterschieds zwischen Männern und Frauen gesprochen. Das ist jedoch nicht die einzige Ungleichheit innerhalb der Geschlechternormen, wenn es um Eltern am Arbeitsplatz geht.

Leider herrschen allzu oft noch traditionelle Geschlechternormen vor: Die Mutter ist hauptsächlich die Betreuerin und der Vater ist nach wie vor in erster Linie berufstätig. Das wird nicht nur durch ungleiche Bezahlung, sondern auch durch ungleiche Regelungen verstärkt.

Eine häufig übersehene Regelung ist in diesem Fall, dass Väter oft einen viel kürzeren Elternurlaub erhalten als Mütter. Das führt dazu, dass Mütter automatisch länger zu Hause bleiben als Väter, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie in der ihnen zugeschriebenen Rolle der Betreuungsperson bleiben.

Indem ganz einfach beiden Elternteilen der gleiche Elternurlaub gewährt wird, wird das Konzept, Frauen als Hauptbetreuerinnen einzusetzen, viel weniger forciert.

5: Schaffen Sie ein kinderfreundliches Büro

In den meisten Fällen bringen Eltern ihre Kinder in die Kindertagesstätte oder in die Schule oder arbeiten von zu Hause aus, um die Kinder von dort aus zu betreuen. Manchmal ist jedoch keine dieser Optionen möglich.

In diesen Fällen ist es eine weitere gute Möglichkeit, berufstätige Mütter zu unterstützen, Ihr Büro auch für Kinder zu öffnen. Bei kleinen Unternehmen kann das bedeuten, dass Mütter ihre Kinder manchmal für einen Tag oder einen Nachmittag mit zur Arbeit bringen können.

Wenn Sie ein größeres Büro betreiben, können Sie vielleicht sogar einen eigenen Schlaf- oder Spielraum einrichten. Wir haben sogar schon von Unternehmen gehört, die eine komplette Kindertagesstätte in ihren Geschäftsräumen beherbergen!

6: Seien Sie unterstützend

Es mag offensichtlich klingen, aber das Beste, was Sie als Arbeitgeber tun können, um berufstätige Mütter zu unterstützen, ist, sie zu unterstützen. Seien Sie sich des zusätzlichen Stresses bewusst, dem berufstätige Mütter aufgrund ihrer Doppelbelastung ausgesetzt sind.

Das kann auf viele verschiedene Wege geschehen. Sie können zum Beispiel regelmäßiger nachfragen, wie es um die mentale Gesundheit der Mütter bestellt ist und ob sie nicht überarbeitet sind.

Gehen Sie offen auf sie zu und sprechen Sie mit ihnen, um herauszufinden, wie Sie Müttern am Arbeitsplatz die Unterstützung bieten können, die sie benötigen.

Achten Sie außerdem auf mögliche Schwankungen in der Arbeitsleistung – insbesondere dann, wenn es sich um eine junge Mutter mit ihrem ersten Kind handelt. Wenn Sie immer das gleiche Arbeitspensum vorgeben und die gleiche Leistung verlangen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie die Mutter aktiv in Richtung Burnout führen.

Verringern Sie stattdessen das Arbeitspensum und erwägen Sie die Einstellung einer Zeitarbeitskraft, um den Druck auf (frischgebackene) Mütter zu verringern.

7: Seien Sie offen für Veränderungen

Und schließlich: Bleiben Sie offen für Veränderungen. Das sollte immer der Fall sein, aber für berufstätige Mütter gilt das vielleicht noch mehr.

Natürlich – und das sollte selbstverständlich sein – gilt es, offen und vorurteilsfrei zu sein, wenn es darum geht, eine stillfreundliche Politik zu schaffen, die es Frauen erlaubt, im Büro zu stillen oder abzupumpen.

Doch das ist nicht alles. Wenn eine Mutter mit Augenringen und einem Fleck auf ihrem Hemd zur Arbeit kommt, sollten Sie sie nicht dafür verurteilen, dass sie im Büro nicht vorzeigbar aussieht.

Vielleicht wurde sie die ganze Nacht von einem schreienden Baby wachgehalten, oder ihr Kleinkind hat ihr heute Morgen auf dem Weg zur Kita Essen auf die Bluse gekleckert.

Der springende Punkt ist, dass man nie wirklich weiß, was eine berufstätige Mutter gerade durchmacht. Urteilen Sie also nicht und schauen Sie stattdessen lieber nach, ob es diesen gut geht und ob sie vielleicht Unterstützung benötigen.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie Ihren Mitarbeiter:innen im Allgemeinen helfen können, mit Burnout, Druck und Stress umzugehen? Dann lesen Sie unseren Artikel zum Thema Stressreduzierung am Arbeitsplatz.

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