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Organisationsprozesse · 23 Minuten Lesezeit

Konzentration steigern mit 5 alternativen Produktivitäts-Hacks

By Sarah Heßler · Published on

Inhaltsverzeichnis

Sie sind einfach frustrierend: diese Tage, an denen uns trotz klarer Ziele, ausgefuchster Arbeitsstrategie und effizienter Planung keine Konzentration vergönnt ist. Unsere fünf alternativen Produktivitäts-Hacks können Abhilfe schaffen und Ihrer Konzentration einen sanften Schubs verpassen.

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Ob ständig abschweifende Gedanken, hektische Umgebung oder Mittagstief: Auch wir von JOIN kennen diese Probleme zur Genüge und wollten solchen Momenten und Tagen gezielt den Kampf ansagen. Da wir aber schon so viele Organisations-Guides im Angebot haben, haben wir diesmal in die eher unkonventionelle (manche nennen es “alternative”) Trickkiste gegriffen – und fanden einiges tatsächlich sehr hilfreich. Die wirksamsten alternativen Produktivitäts-Hacks stellen wir Ihnen in diesem Blogbeitrag vor, damit auch Sie der Konzentration Ihres Teams einen zusätzlichen Schubs verpassen können: Doch keine Lösung ohne Problem: Bevor wir uns den einzelnen Tricks zum Steigern der Konzentration zuwenden (und das tun wir bereits in einer Minute!), sehen wir uns kurz noch einmal an, woher die Konzentrationsprobleme eigentlich kommen. Folgen Sie uns auf diesen kurzen Exkurs!

Was hindert uns an der konzentrierten Arbeit?

In einer besonders schnelllebigen Arbeitsumgebung bleiben Ablenkungen nicht aus: Die Kollegen am Nachbartisch besprechen schnell eine Frage, es trudeln mit lautem Sound E-Mails und Slack-Benachrichtigungen ein oder man erhält von einem vorbeilaufenden Kollegen eine ultrawichtige Aufgabe auf Zuruf … Und weg ist die Konzentration. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Der eigentliche Kern des Problems ist, dass die menschlichen Kapazitäten zur Konzentration mit maximal 4-6 Stunden am Tag grundsätzlich sehr begrenzt sind und damit nicht für einen 8-Stunden-Arbeitstag, wie ihn mindestens 60 % der deutschen Angestellten absolvieren, ausreichen. Hinzu kommt übrigens auch noch, dass die Kapazitäten selten gezielt genutzt werden, wie eine Studie der britischen Sparmarke Vouchercloud zeigte. Die befragten Büroangestellten gaben an, an einem gewöhnlichen Arbeitstag im Durchschnitt gerade einmal 2 Stunden und 53 Minuten produktiv zu arbeiten – und das nicht einmal am Stück, sondern über den Tag verteilt. Die Mehrheit der Menschen kann sich tatsächlich sogar nur 11 Minuten am Stück konzentrieren, bevor sie eine Pause brauchen. Das alles klingt erstmal verstörend, gibt aber durchaus Grund zur Hoffnung! ‘Wie das?’, fragen Sie sich jetzt? Dass scheinbar nur die Hälfte der grundsätzlich möglichen Konzentrationszeit genutzt wird, zeigt: Es ist sehr wohl möglich, die Konzentration zu steigern. Wie stark, ist vom Individuum abhängig, doch insgesamt ist unser Gehirn in der Lage, sich ca. 80 Minuten am Stück zu konzentrieren. Das Hauptproblem scheinen also nicht unbedingt die Ablenkungen an sich zu sein, sondern vielmehr das mangelnde Wissen darum, wie man die zur Verfügung stehenden Konzentrationskapazitäten fördern und zielführender einsetzen könnte. Mit ein bis zwei Stunden mehr gezielter Konzentration pro Person und Tag ließe sich auf Unternehmensebene deutlich mehr erreichen. Und genau da kommen nun endlich unsere alternativen Produktivitäts-Hacks ins Spiel.

Unsere Top 5 alternativen Produktivitäts-Hacks

Mehr Konzentration ist also mehr Produktivität – doch wie lässt sich die Konzentration steigern? Mit der passenden Mischung aus der Minimierung von Reizen, einer sanften Stimulation des Gehirns und – wer hätte es gedacht – einer passenden Ernährungs- und Bewegungsstrategie können Sie sowohl kurz- als auch langfristig positive Effekte erzielen. Am besten funktionieren unsere fünf alternativen Produktivitäts-Hacks als Kombination:

1. Schreibtisch-Feng-Shui: Weg mit dem Kram!

Es liegt wohl auf der Hand, dass mehr Konzentration auch mit der Reduzierung von Ablenkungen einhergehen muss. Und da ist ein bisschen Feng Shui für den Schreibtisch ein guter Punkt zum Starten. Keine Sorge, Schreibtisch-Feng-Shui bedeutet nicht, dass Sie eine spirituell anmutende Arbeitsumgebung kreieren oder die Schreibtische des Teams nach komplizierten Richtlinien ausrichten müssen. Unsere Version beginnt direkt auf dem Tisch – und zwar mit Ordnung und Sauberkeit, den wichtigsten Markenzeichen des Feng Shui.
Clean and tidy working desk in natural light to increase focus
Photo by Domenico Loia on Unsplash

Ordnung schaffen: Weniger ist mehr

Außen aufräumen sorgt auch innen für Ordnung, sagt man. Schritt Nummer eins für diesen alternativen Hack zum Konzentration Steigern ist also, den Schreibtisch mit so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig auszustatten. Oder anders gesagt: gerade so viel, dass nicht groß herumgeräumt werden muss, wenn der Tisch gereinigt werden soll. Denkbar sind hier z. B.
  • ein Laptop/Rechner mit Monitor, Tastatur und Maus,
  • ein Stifteköcher,
  • eine Lampe mit warmem Licht,
  • ein geschlossenes Ordnungssystem und
  • eine Pflanze – bitte kein Kaktus.

Deko ist erlaubt

Auch ein bisschen Deko ist grundsätzlich ok, aber: Alles, was Geräusche macht oder sich bewegt, zum Spielen einlädt oder anderweitig für Ablenkung sorgen könnte (z. B. Analoguhren mit Sekundenzeiger/Digitaluhren mit Sekundenanzeige, Schreibtischspielzeuge wie Wackeldackel, Winkekatzen und Fidget Spinner, Mini-Aquarien etc.) muss dabei vom Tisch verbannt werden. Tipp: Aus eigener Erfahrung kann ich zum Beispiel einen schönen Duftstein für ätherische Öle empfehlen. Es gibt sie in zahlreichen Formen (von neutralen Steinformen bis zur Buddha-Figur). Schon mit einigen wenigen Tropfen Öl (z. B. Tanne, Zitrusnoten, Salbei) lässt sich dieser Deko-Gegenstand ruckzuck in einen weiteren Konzentrations-Booster mit Feng-Shui-Charakter verwandeln, der auf jedem Tisch eine gute Figur macht.

Weg mit dem Handy!

Auch mit weg muss übrigens das Smartphone! Eine Untersuchung des Wissenschaftlers Adrian F. Ward zeigte, dass die bloße Gegenwart des Smartphones auf dem Tisch die Konzentration empfindlich beeinträchtigt (egal ob sich das Display dabei oben oder unten befindet bzw. abgedeckt ist). Und es ist wirklich wahr: Sehe ich das Handy vor mir, schießen mir gleich viele Dinge durch den Kopf, die ich nebenbei noch kurz erledigen könnte. Das verleitet zum Multitasking und macht jede Konzentration zunichte. In meinem Rucksack hingegen beansprucht es mich deutlich weniger. Weitere nützliche und durchaus auch auf Ihren Unternehmenssitz anwendbare Tipps zur Gestaltung des Arbeitsplatzes (z. B. auch zu dessen farblicher Gestaltung) finden Sie in unserem Artikel über die Einrichtung von Remote-Arbeitsplätzen.

2. Binaural Beats bzw. Meditationsmusik

Nun, da die grundlegende Ablenkung erst einmal vom Tisch ist (im wahrsten Sinne), können wir den nächsten Schritt gehen und eine eigene kleine Blase der konzentrierten Arbeit kreieren. Dazu beschäftigen wir uns jetzt ca. 2 Minuten mit sogenannten binauralen Beats. Wir bei JOIN sind ein großer Freund von beschwingter Musik, um so richtig gut in den Flow zu kommen, aber es gibt Aufgaben, bei denen auch das für Ablenkung sorgt – etwa bei kreativen Arbeiten. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Blog-Artikel schreiben und Fanta Vier (oder andere sehr textlastige Musik) hören – das macht es für mich absolut unmöglich, mich zu konzentrieren. Trotzdem brauche ich ein bisschen Futter für die Kopfhörer, um meine Fokus-Blase zu errichten, andernfalls nervt die Stille oder es lenken mich Umgebungsgeräusche ab. Hier bilden sogenannte binaurale Beats und Kopfhörer mit Noice Cancelling ein großartiges Duo und eine wirkungsvolle Unterstützung, wenn ich meine Konzentration verbessern möchte. ‘Was sind binaurale Beats?’, fragen Sie sich? Binaurale Beats (engl. Binaural Beats) sind akustische Frequenzen, die das Gehirn stimulieren. Mithilfe des Kopfhörers werden gleichzeitig zwei Töne in abweichender Höhe abgespielt, wobei das eine Ohr immer eine etwas höhere bzw. tiefere Frequenz als das andere zu hören bekommt.
young man wearing headphones sitting in front of macbook in busy room focusing with binaural beats
Photo by Wes Hicks on Unsplash

Binaural Beats: Wirkung und Frequenzen

Bei der Verarbeitung dieser Geräusche entstehen im Gehirn bestimmte Wellen (Brain Waves), die je nach Frequenzhöhe verschiedene geistige Zustände hervorrufen können:
  • leichter bis tiefer Schlaf (Delta bzw. Theta Brain Waves, 0.1 – 8 Hz)
  • allgemeine Entspannung (Alpha Brain Waves 8 – 13 Hz)
  • höhere Konzentration und Denkfähigkeit (Beta Brain Waves, 13 – 30 Hz)
  • verbesserte Aufnahmefähigkeit (Gamma Brain Waves, < 30 Hz)
Welche Brain Waves entstehen, wird übrigens durch die Differenz zwischen den beiden eingespielten Frequenzen bestimmt. Liegt der Unterschied z. B. bei 15 Hz, spricht man von Beta Brain Waves – also denjenigen, die unsere Denkfähigkeit, unsere Gedächtnisleistung und unsere Konzentration steigern. Im Rahmen einer diesbezüglichen Studie zeigte sich übrigens schon nach einer Stimulationsdauer von nur 5 Minuten mit 15 Hz eine Leistungssteigerung von 3 %. Langzeitstudien gibt es hierfür noch nicht, doch es ist durchaus wahrscheinlich, dass der regelmäßige Einsatz dieses kleinen aber feinen Konzentrations-Boosters langfristig noch deutlich mehr bewirken kann. Ich selbst habe es ausprobiert und war erstaunt, was sich mit ANC und Binaural Beats erreichen lässt.

Binaurale Beats als Meditationsmusik

Bei den eigentlichen binauralen Beats handelt es sich allerdings nicht wirklich um Musik, sondern um teilweise recht unangenehme, teils vibrierende Brummtöne – hier finden Sie Hörbeispiele der eigentlichen binauralen Beats für unterschiedliche Zwecke. Das allein kann jedoch schnell Kopfschmerzen verursachen, deshalb werden binaurale Beats oft in ruhige Klangsphären, sanfte instrumentale Musik, Naturgeräusche und andere kreative Sound-Settings eingebettet, die ihre:n Hörer:in erden und zentrieren, die Gedanken ordnen und sie unempfänglicher für Ablenkungen und Stress machen. In dieser Form kommen sie auch als Meditationsmusik zum Einsatz und erfreuen sich dabei großer Beliebtheit. Vielleicht ja bald auch bei Ihnen und Ihrem Team? Probieren geht ja bekanntlich über Studieren und Binaural Beats bzw. Meditationsmusik in unterschiedlichen Frequenzen finden Sie kostenlos auf YouTube, Spotify und anderen Plattformen. Hier ein Video-Beispiel:

Erweist sich das für einzelne oder alle Teammitglieder als nützlich, finden Sie z. B. mit focus@will ein (kostenpflichtiges) Tool, das die so erzielten Leistungsverbesserungen sogar gleich mit tracken kann. Eine coole Arbeitshilfe!

Bevor Sie binaurale Beats zum Konzentration steigern nutzen

Binaurale Beats funktionieren ausschließlich mit Stereo-Kopfhörern! Der gewünschte Effekt lässt sich nur durch die separate Beschallung der Ohren erzielen. Andernfalls ist die ausschlaggebende Differenz nicht mehr wahrnehmbar. Wer also lieber Lautsprecher als Kopfhörer benutzt, kann alternativ auf monaurale Beats (direkte Überlagerung der Frequenzen auf einem Kanal) oder isochrone Töne (nutzen nur die Frequenzdifferenz zur Stimulation) setzen, die ähnliche Wirkungen entfalten können. Aber Vorsicht: Personen mit epileptischen Neigungen sollten den Einsatz binauraler Beats grundsätzlich vermeiden, da die akustische Stimulation Krampfanfälle hervorrufen kann. Audiosensitive Personen können durch den Einsatz binauraler Beats zudem Kopfschmerzen oder Übelkeit entwickeln. Auch muss an dieser Stelle gesagt werden, dass dieser Trick mit Bedacht genutzt werden sollte. Tatsächlich können binaurale Beats eine Doping-ähnliche Wirkung entfalten und die Hirnleistung massiv überbeanspruchen. Dies führt zu einer schnelleren Ermüdung des Gehirns und kann Stress und ein Gefühl der Überarbeitung verursachen. Besonders Frequenzen über 30 Hz verstärken diesen Effekt. Das durfte auch ich ziemlich schnell am eigenen Leib erfahren. Fun Fact: Lustigerweise hielt man Binaural Beats zeitweilig tatsächlich für Drogen und bezeichnete ihren Konsum als I-Dosing. Inzwischen ist jedoch erwiesen, dass dem nicht so ist. Dennoch: Es empfiehlt sich, den Einsatz binauraler Beats erst einmal auf niedrigeren (Beta-)Frequenzen einzusetzen und die Frequenz langsam zu erhöhen. Auch sollte dies bewusst auf höchstens 70 – 80 Minuten am Stück begrenzt und die Arbeit in mehrere Etappen eingeteilt werden. Dazwischen sollten Sie zwingend Entspannungspausen einlegen. Doch keine Sorge: Meditationsmusik ohne Brainwaves kann jederzeit problemlos genutzt werden.

3. Brainfood: Essen für mehr Konzentration

Die Stimulation des Gehirns kann viel bewirken. Damit es mit der Konzentration funktioniert, muss das Gehirn aber auch mit geeigneter Nahrung versorgt werden. Als weiterer Konzentrationskiller kam uns deshalb zwangsläufig auch unsere Ernährung in den Sinn – insbesondere nach einem (zu) reichhaltigen Mittagessen. Wir hatten es buchstäblich satt, wertvolle Energie, die wir viel produktiver investieren könnten, in die Überwindung eines nahrungsbedingten Leistungstiefs stecken zu müssen. Unser dritter alternativer Konzentrationsbooster beschäftigt sich deshalb mit dem Thema Essen für mehr Konzentration. Wie auch Sie Ihre Energiezufuhr konzentrationsfördernd gestalten können, erklären wir in den nächsten zwei Minuten.

Falsche Ernährung kostet Gehirnkapazitäten

Essen macht Freude. Die Mahlzeiten, die wir gegen den Hunger essen, sind allerdings selten so zusammengesetzt, dass auch das Gehirn wirklich von ihnen profitieren kann – schade eigentlich, denn es beansprucht rund 20 % unserer täglichen Energiekapazitäten. Ein Viertel davon geht übrigens schon allein für die Regeneration und die Instandhaltung drauf, und gut ein weiteres Viertel für die kognitiven Grundfunktionen. Jede weitere Aktivität kostet extra und kann ganz schön teuer werden: insgesamt 516 Kilokalorien pro Tag frisst unser Gehirn im Schnitt, damit wir nicht nur atmen und uns bewegen, sondern auch adäquat denken, Zusammenhänge erkennen und Sachverhalte verinnerlichen können – und noch vieles mehr. Wird das Gehirn mit zu wenig der nötigen Nährstoffe versorgt, drosselt es zuallererst unsere Konzentrations- und Denkfähigkeit, um die Kapazitäten für lebenserhaltende Maßnahmen zu erhalten. Und genau da kommt Brainfood ins Spiel – Lebensmittel, die reich an Wasser, Proteinen, ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen, Spurenelementen und “guten” Kohlenhydraten sind – genau die Stoffe, aus denen die nötige Brainpower für mehr Konzentration gewonnen wird.
Appealing fruit and porridge bowl and halved avocado on wooden chopping board next to plate of sliced brainfood snacks
Photo by Brooke Lark on Unsplash

Welche Lebensmittel gelten als Brainfood?

Als Brainfood zählen unter anderem:
  • Obst & Beeren (z. B. Apfel, Banane, Heidelbeere, Himbeere)
  • Gemüse (besonders grünes, z. B. Gurke, Avocado, Brokkoli)
  • Pilze (z. B. Champignons, Shiitake und Co – nicht die lustigen!)
  • Nüsse & Kerne (z. B. Walnuss, Mandeln, Kürbiskerne)
  • Fetter Fisch (z. B. Lachs, Thunfisch, Forelle)
  • Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte (z. B. Porridge, ungezuckertes Müsli, Vollkornbrot)
  • Dunkle Schokolade (ab 70 % Kakao)
Das Gehirn will aber auch gut durchblutet werden, um effektiv arbeiten zu können. Und da Wasser wichtig für eine gute Durchblutung des Körpers ist, gehört natürlich auch viel Trinken dazu (mindestens 2 Liter am Tag) – gemessen in Wasser, Tee und ungezuckerten Getränken. Kaffee, Energydrinks, Cola und Co. wirken für die Konzentration höchstens als kurzer Schub, sind auf lange Sicht jedoch eher kontraproduktiv und sollten generell nur maßvoll eingesetzt werden. Dass Brainfood die Gehirnfunktion nachhaltig verbessern kann, ist übrigens wissenschaftlich erwiesen. Walnüsse, um nur ein Beispiel zu nennen, tragen nicht nur zur besseren neuronalen Kommunikation bei, sondern halten unser Gehirn sogar im Alter fit und gesund.

Brainfood-Snacks statt Süßigkeiten-Snackbox

Das heißt freilich nicht, dass Sie und Ihr Team die Ernährungsgewohnheiten komplett umkrempeln müssen. Es wäre aber sehr hilfreich, die Lasagne von gestern wenigstens auf der Arbeit gegen einen guten Salat bzw. den Schokoriegel einfach mal gegen einen Nussmix, Obstsalat oder Gemüsesticks mit Dip auszutauschen. Viele tolle und einfach Rezepte in süß und herzhaft sowie mit und ohne Fleisch, die Sie und Ihr Team einfach ausprobieren können, finden Sie in dieser Broschüre zu Brainfood der FH Münster und der AOK. Tipp: Starten Sie das ganze doch als Teamprojekt – vielleicht sogar als Brunch oder als gemeinsames Mittagessen. Wenn jedes Teammitglied dazu regelmäßig einen Brainfood-Snack mitbringt, lässt sich dieser Ansatz viel einfacher ins Tagesgeschäft integrieren.

4. Meditation und Entspannungsübungen: Durchatmen

Mit den ersten drei alternativen Produktivitäts-Hacks haben wir Ablenkungen minimiert, ernährungsphysiologische Grundlagen für die Konzentrationsfähigkeit geschaffen und eine Möglichkeit zur Stimulation des Gehirns für mehr Fokus vorgestellt. Neben der richtigen Nahrung und den richtigen Impulsen braucht der Denkapparat aber vor allem eines: Sauerstoff!

Anspannung mindert die Atmungsfähigkeit

In unserem hoch motivierten Team erleben wir einen schnelllebigen Arbeitsalltag, der uns einiges an Produktivität abverlangt. Bleibt die Konzentration allerdings hinter der Motivation zurück, setzt man sich schnell selbst unter (Leistungs-)Druck oder gerät allgemein unter Stress. Besonders hypersensible Personen wie ich können hiervon besonders schnell betroffen sein. Dieser Stress führt zu Anspannung und Verspannung (häufig in Schultern und Nacken) und versetzt uns in Alarmbereitschaft. Vor allem aber resultiert er in einer ungünstigen Atmung (schnell und flach oder sogar stockend). Das bewirkt eine suboptimale Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und in Kombination mit der gespannten Muskulatur häufig auch Kopfschmerzen. All das bringt uns beim Projekt Konzentration steigern nicht weiter, und deshalb war es uns wichtig, eine praktikable und einfach Lösung ohne Schmerzmittel oder sonstigen pharmazeutischen Erzeugnissen zu finden. Und das haben wir – mit einfachen Übungen zur Meditation und Entspannung.
Person meditating on gangplank surrounded by lake and mountains
Photo by S. Migaj on Unsplash

Bewusstes Atmen fördert die Denkfähigkeit

Eine gute Mischung aus Entspannungs- und Meditationsübungen hilft uns, in stressigen Situationen zur Ruhe zu kommen. Mit Entspannungsübungen bei Stress lässt sich schon direkt am Schreibtisch leichten Verspannungen und Kopfschmerzen schnell entgegenwirken – damit ist jedoch nur oberflächliche Hilfe geleistet. Als Entspannungsübung für die Psyche haben sich Meditationen für einige unserer Teammitglieder als sehr wirkungsvoll erwiesen. Sie bringen uns dazu, uns auf unsere Atmung zu fokussieren und eine tiefe und regelmäßige Atmung sicherzustellen. Schon nach wenigen Minuten lässt dann meist auch die unterbewusste Anspannung nach. Wer tief und bewusst atmet, gewährleistet außerdem eine bessere Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und verbessert so seine Konzentration und Denkfähigkeit. Auch ich selbst habe es ausprobiert und meditiere seitdem täglich – besonders im Homeoffice, wo mir die Arbeit lange Zeit besonders schwerfiel. Inzwischen sind dies die wohl entspanntesten und gleichzeitig auch produktivsten Arbeitstage, die ich so nie erwartet hätte.

Mindfulness Officer können helfen

Zu Beginn kann es möglicherweise schwierig für Sie und Ihr Team sein, diesen alternativen Produktivitäts-Hack als regelmäßiges Ritual in Ihren Alltag einzubinden. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich dabei Unterstützung ins Haus zu holen – etwa mit einem sogenannten Mindfulness Officer, der Ihre Teammitglieder und ihre Anspannung nach einer kurzen Kennenlernphase gut einschätzen und geeignete Meditations- und Entspannungsübungen anleiten kann. Es genügt aber für den Anfang auch schon, wenn Sie Ihren Mitarbeitern einen ruhigen und ungestörten Schlupfwinkel anbieten, an den sie sich zurückziehen und ungestört meditieren können. Zum Ausprobieren, ob dieser Hack auch für Sie und Ihr Team funktioniert, können Sie kostenlos auf zahlreiche geführte Meditationen für innere Ruhe auf YouTube, Spotify und Co. zugreifen. Nach unserer Erfahrung sind 5-10 Minuten für die meisten Fälle schon sogar ausreichend. Ich persönlich bin ein Fan der geführten Meditationen von Paulina Thurm. Eine Einsteigerfolge ihres Podcasts „Meditation für jeden Tag“ verlinke ich direkt hier: Auf den Online-Präsenzen zahlreicher Krankenkassen, wie zum Beispiel der AOK, finden Sie zudem einfache Entspannungsübungen fürs Büro.

5. Büro-Yoga

Und jetzt noch eine Minute zu unserem fünften und letzten alternativen Produktivitäts-Hack: Büro-Yoga! Denn Konzentration ist nicht nur eine Frage der Ernährung, sondern auch der körperlichen Fitness. Der Weg zum nächsten Fitnessstudio kann jedoch weit sein, denn nicht jedes Unternehmen hat den Luxus eines Fitnessstudios in direkter Nachbarschaft; und selbst wenn doch, auch der kurze Weg kann schon nerven- und zeitraubend ausfallen. Hinzu kommt, dass anspruchsvolle Trainingseinheiten zwar vorerst den Kreislauf und auch den Denkapparat ankurbeln, aber im Nachgang auch viel Energie kosten. Sie führen schnell wieder zur Ermüdung der beiden und können somit ein ähnliches Leistungstief wie beim gefürchteten Verdauungskoma bewirken. Yoga ist glücklicherweise eine Sportart, die sich (genau wie Meditation) nahezu überall praktizieren lässt. Folglich geht auch Yoga im Büro.

Warum Yoga super zum Konzentration steigern ist

Laut einer Studie zu den positiven gesundheitlichen Effekten von Yoga des US-amerikanischen National Center for Complementary and Intregrative Health (NCCIH) gaben mehr als 80 % der über 34.000 befragten Yoga-Praktizierenden an, durch regelmäßige Trainingseinheiten weniger Stress zu erfahren. Gleichzeitig fühlten sich sogar 40 % motiviert, sich gesünder zu ernähren, und über 66 % gaben an, sich insgesamt gesünder und fitter zu fühlen. Beste Voraussetzungen also, um die Konzentration durch Yoga im Büro zu steigern! Hier finden Sie einige einfache Büro-Yoga-Übungen mit Video-Erklärung, die Sie auch ganz ohne Yoga-Equipment und teilweise sogar im Sitzen durchführen können. Sie müssen sich nur darauf einlassen …

Probieren Sie’s aus und finden Sie Ihren Weg

Nun haben Sie erstmal ordentlich Stoff zum Nachdenken von uns bekommen. Es ist völlig ok, wenn Sie sich lieber auf konventionelle Maßnahmen verlassen. Denn ersetzen sollen unsere alternativen Produktivitäts-Hacks Ihre bewährten Organisationsstrategien keinesfalls. Es lohnt sich aber definitiv, die hier aufgeführten, einfach integrierbaren Tipps und Tricks einmal auszuprobieren und mit Ihren bevorzugten Methoden zu kombinieren. Als Wunderheilmittel sollten Sie unsere alternativen Produktivitäts-Hacks allerdings nicht sehen. Sie sollen Ihnen lediglich helfen, die verfügbaren Konzentrationskapazitäten des Teams zielführender einzusetzen. Denn wie bereits zu Beginn des Artikels erläutert, bleibt die natürliche Begrenzung auf 4-6 Stunden Konzentration pro Tag und Person trotzdem bestehen. Auch muss klar sein, dass sich das menschliche Gehirn maximal 80 Minuten am Stück konzentrieren kann, sodass regelmäßige, zeitnahe und ausreichend lange Pausen (10-20 Minuten) besonders wichtig sind, um Fehlern und Stressreaktionen wie dem gefürchteten Burnout vorzubeugen. Wie Sie die optimierten Konzentrationsphasen im Team bestmöglich nutzen können, erklären wir in unserem Beitrag zum Kalendermanagement. Die Pausen können Sie zum Beispiel hervorragend mit Brainfood-Snacks, Meditations- und Entspannungsübungen, Yoga oder einem kurzen Spaziergang an frischer Luft füllen. Die Konzentration im Team kontrolliert und kollektiv zu steigern, bietet übrigens nicht nur in Bezug auf die Produktivität, sondern auch auf die Motivation, die Zufriedenheit und nicht zuletzt auch auf die Gesundheit Ihres Teams essenzielle Vorteile. Apropos Mitarbeiterzufriedenheit: kennen Sie schon unseren Artikel über Mitarbeiter-Benefits? Hier finden Sie weitere interessante Anregungen zu diesem Thema. Und jetzt sind Sie an der Reihe: Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Team den besten Weg, um Ihr Potenzial durch optimalen Einsatz Ihrer Konzentrationskapazitäten noch besser auszuschöpfen!
Sarah Heßler

Sarah Heßler

Sarah Heßler was a bilingual Content Manager at JOIN who loved to share knowledge with our visitors and enjoyed writing about HR and Recruitment topics from many different perspectives.

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