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12.10.2022 Arbeitskultur

Die besten Benefits für qualifizierte Fachkräfte

Die besten Benefits für qualifizierte Fachkräfte

Auf LinkedIn lästern Nutzer:innen über Obstkörbe und beschweren sich, dass gratis Wasser kein Benefit, sondern eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Wir klären auf, was heutzutage die besten Benefits sind und welche auch bei einem kleinen Budget eine große Wirkung erzielen können.

Warum sollten Sie überhaupt Corporate Benefits in Ihrem Unternehmen anbieten?

Der heutige „War for Talents“, der durch den Fachkräftemangel immer intensiver wird, erfordert, dass sich Arbeitgeber mehr mit den Wünschen ihrer (zukünftigen) Mitarbeiter:innen auseinandersetzen.

Diese betreffen nicht nur Faktoren der Unternehmenskultur, sondern eben auch Angebote, durch die Sie sich als Arbeitgeber von Ihrer Konkurrenz abheben. Das Ziel ist, ein starkes Employer Branding zu etablieren, um die Gewinnung neuer Talente sowie eine stärkere Mitarbeiterbindung zu garantieren.

Natürlich unterscheiden sich Benefits je nach Arbeitgeber, da nicht nur die Unternehmensgröße, sondern auch das verfügbare Budget oder der Standort des Unternehmens eine Rolle bei der Auswahl der Benefits spielen.

Wenn Sie beispielsweise ein Berliner Start-up sind oder in einer anderen Großstadt in Deutschland den Sitz Ihres jungen Unternehmens haben, macht dies sicherlich einen Unterschied bei der Auswahl von Benefits.

Anders ist es, wenn Ihr Unternehmen auf dem Land ansässig ist und Ihre Mitarbeiter:innen andere Ansprüche und Bedürfnisse haben.

In diesem Artikel besprechen wir:

Benefits sind zudem ein wichtiger Bestandteil der Employee Value Proposition, die einen Grundstein für das Employer Branding bildet. Wie Sie eine Employee Value Proposition entwickeln, erklären wir in unserem gleichnamigen Blogartikel.

Welche Benefits gibt es?

Einige Benefits stehen meist am Schluss Ihrer Stellenanzeige und umfassen die Angebote, die Sie als Arbeitgeber Ihren Mitarbeiter:innen als zusätzliche Leistungen anbieten können.

Die Kommunikation dieser garantiert angebotenen Benefits (also die, die nicht verhandelt werden) in der Stellenanzeige ist sehr wichtig für Ihr Employer Branding. Wie Sie Ihre Stellenanzeige optimal erstellen, um Top-Talente zu erreichen, erklären wir Ihnen in unserem Guide:

Ihr ultimativer Guide für Stellenanzeigen

Vergessen Sie nicht Benefits mit anzugeben

Guide lesen

Aber nun zurück zu den verschiedenen Corporate Benefits, die Sie Ihren Mitarbeiter:innen anbieten können.

Allgemein lassen sich Corporate Benefits in verschiedene Kategorien einteilen. Welche das sind und was alles dazugehört, erfahren Sie jetzt:

1. Finanzielle Unterstützung und Beteiligung

  • Prämien und Boni
  • Weihnachts-, Ramadan- sowie andere Feiertagszuschüsse und Urlaubsgeld
  • Eventuelle Übernahme von Maklerkosten bei berufsbedingtem Umzug
  • Finanzielle Zuschüsse (z. B. Reinigungskräfte, Kinderbetreuung, Nachhilfebedarf, Pflege von Familienmitgliedern)
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Aktienprogramme
  • Gewinnbeteiligungsprogramme

Einer unserer Kunden, Taxfix, bietet seinen Mitarbeiter:innen beispielsweise monatliche Zuschüsse für häusliche Unterstützung (für die Pflege von Familienmitgliedern oder Unterstützung beim Haushalt, für die Kinder- oder Haustierbetreuung sowie bei Nachhilfebedarf).

2. Transport und Mobilität

  • Job-Ticket oder BahnCard
  • Dienstwagen
  • Finanzierung von Fahrradleasing
  • Nachhaltige Mobilität

3. Gesundheit

Unsere Mitarbeiter:innen bei JOIN haben beispielsweise ein monatliches Guthaben, das sie nach Wunsch in Urban Sports Club, Gymondo oder 7Mind investieren können.

4. Work-Life-Balance

  • Homeoffice Möglichkeit
  • „Work from anywhere“
  • Kostenlose Kinderbetreuung
  • Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit einer 4-Tage-Woche
  • Extra Urlaubstage
  • Sabbaticals

5. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Coachings
  • Beratung zu Finanzfragen
  • Kurse und Coaching
  • Sprachkurse

Unser Kunde Plantura bietet neben Coding-Kursen beispielsweise auch Coachings zum Zeitmanagement für seine Mitarbeiter:innen an. Picnic als internationales Unternehmen bietet zudem Sprachkurse an.

6. materielle Geschenke oder Rabatte

  • Sachgeschenke
  • Nutzung des eigenen Produkts

Unser Kunde Numa bietet seinen Mitarbeiter:innen die Nutzung des eigenen Produkts als Benefit an.

7. Lifestyle

  • Tickets für bestimmte Veranstaltungen
  • Teamevents wie Weihnachtsfeiern oder Sommergrillen
  • Mitnahme von Hunden ins Büro
  • Getränke und Essen im Unternehmen

8. Unternehmensspezifische Benefits

  • Technische Ausstattung: Diensthandy, Laptop und weiteres Zubehör (Kopfhörer, Maus, Tastatur)
  • Lage und Anbindung des Unternehmens
  • Hausinterne Kantine
  • Relocation-Programme für internationale Mitarbeiter:innen und Unterstützung bei der Beantragung von Visa
  • Freizeitangebote am Arbeitsplatz: Kicker, Spielkonsolen, etc.

Kosten für Ihr Unternehmen

Im Jahr 2021 lag das durchschnittliche Bruttogehalt von Männern bei 23,20 Euro und bei Frauen bei 19,12 Euro pro Stunde. Das Bruttogehalt umfasst jedoch nicht die einzigen Personalkosten, die ein Unternehmen zahlt.

Kosten für Benefits, Sonderzahlungen sowie betriebliche Altersvorsorge gehören auch zu den Personalkosten und erhöhen dementsprechend die betrieblichen Kosten.

Die Nebenleistungen eines Unternehmens sollten stets kalkulierbar sein und für alle Mitarbeiter:innen gleichwertig gestaltet werden. Benefits für ausgewählte Mitarbeiter:innen anzubieten und anderen Mitarbeiter:innen einen finanziellen Nachteil zu verschaffen, könnte nämlich Neid erzeugen oder die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen beeinträchtigen.

Dadurch entstünde dann nicht nur ein unübersichtliches finanzielles Risiko, sondern auch das Risiko, Mitarbeiter:innen zu verlieren – und das will nun heutzutage wirklich kein Unternehmen.

Benefits für kleine, mittelständische und große Unternehmen

Abhängig von der Unternehmensgröße sind Benefits unterschiedlich einfach umzusetzen. Größere Unternehmen oder Konzerne verfügen nicht nur über eine größere Personalabteilung, sondern wahrscheinlich auch über mehr finanzielle Mittel für ein umfangreiches Benefit-Angebot.

Größere Unternehmen mit einer höheren Anzahl von Mitarbeiter:innen könnten beispielsweise eher ein 4-Tage-Modell oder andere Arbeitszeitmodelle etablieren als kleine Unternehmen.

Kleineren Unternehmen mit flachen Hierarchien fällt es hingegen leichter, neuere Arbeitsmethoden oder mehr Flexibilität in New-Work-Konzepten umzusetzen.

Diese Einteilung schließt jedoch keine bestimmten Benefits für bestimmte Unternehmensgrößen aus. Die Anzahl von Mitarbeiter:innen und die finanziellen Ressourcen spielen bei manchen Benefits eine Rolle in der Auswahl.

Mitarbeiterbindung reduziert die Personalkosten

Was Benefits definitiv schaffen, ist die Mitarbeiterbindung zu fördern. Das wiederum reduziert die Personalkosten. Benefits anzubieten, bietet also nicht nur für Mitarbeiter:innen, sondern auch für Unternehmen durchaus einen Mehrwert.

In erster Linie sind Benefits zwar als Zusatzleistung für Mitarbeiter:innen gedacht. Sie können aber auch für Unternehmen direkt einen positiven Effekt erzielen. Beispielsweise kann sich durch Teamevents die Kommunikation innerhalb des Unternehmens positiv verändern.

Weshalb Mitarbeiterbindung so wichtig ist, zeigt sich in den Fluktuationskosten. Diese steigen, je qualifizierter ein:e Mitarbeiter:in ist. Die Kosten für die Frühfluktuation von qualifizierten Fachkräften wird auf einen Betrag zwischen einem und zwei Jahresgehältern geschätzt.

Die Investition in Maßnahmen zur Stärkung der Mitarbeiterbindung lohnt sich für Unternehmen gerade im aktuellen Kampf um qualifizierte Fachkräfte.

Die beliebtesten Benefits: Früher vs. Heute

Was Arbeitnehmer:innen von ihren Arbeitgebern brauchen und wollen, hat sich besonders in den letzten Jahren aufgrund der Corona-Pandemie verändert. Homeoffice wird zum Standard, flexible Arbeitszeiten zum Must-have und die Arbeit selbst muss sinnstiftend sein.

2016 waren laut Kununu die top 7 Benefits, die sich Arbeitnehmer:innen wünschten, diese:

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Homeoffice
  • Hunde erlaubt
  • Firmenwagen
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Kantine
  • Gute Verkehrsanbindung

Im Jahr 2022 wünschen sich, laut Stepstone, Arbeitnehmer:innen hingegen diese top 7 Benefits:

  • Hybride Arbeitsmodelle
  • Mehr Flexibilität
  • Individuelle Benefits (zum Beispiel die aktive Förderung der Diversität)
  • Employee Wellbeing (Wohlbefinden von Mitarbeiter:innen)
  • Eigenes Fitnessstudio und gemeinsames Wellness-Wochenende
  • Green Benefits (z. B. nachhaltige Mobilität)
  • Freistellung für ehrenamtliches Engagement

Wer im Jahr 2022 also noch auf Gratis-Obst oder kostenloses Wasser setzt, verpasst die Chance, die der gezielte Einsatz von Benefits bietet, seine Mitarbeiterbindung und sein Employer Branding zu stärken.

Ob kleine, mittelständische oder große Unternehmen – die richtigen Benefits für Mitarbeiter:innen anzubieten, erhöht zwar auf den ersten Blick die Personalkosten, spart aber Fluktuationskosten, welche für qualifizierte Fachkräfte überaus hoch sein können.

Je höher die Position oder je besser ausgebildet bzw. je erfahrener die einzustellende Person sein soll, desto tiefer muss das Unternehmen in die Tasche greifen.

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